1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kempen: Behörden machen mit Kontrollen am Königshüttesee Ernst

Königshüttesee in Kempen : Behörden kontrollieren am Baggersee

Am Himmelfahrtstag zog es wieder zahlreiche Badegäste an den Königshüttesee in Kempen. In der Mittagszeit wurden sie von Ordnungsamt und Polizei auf dem Privatgelände kontrolliert. Es wurden Bußgelder verhängt und Autos abgeschleppt.

Mitglieder des Segel- und Surf-Clubs (SSC) Kempen, der den größeren Teil des ehemaligen Baggersees für den Wassersport gepachtet hat, konnten schon am Mittwochabend vom Vereinsgelände aus das verbotene Treiben beobachten. Das setzte sich am Feiertag fort. Zahlreiche illegale Badegäste bevölkerten das Gelände des Königshüttesees. Das Betreten ist verboten. Auch die Ankündigung verschärfte Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei hielt die Besucher nicht ab, auf dem Areal, das sich im Privatbesitz der Firma Klösters befindet, in größeren Gruppen Party zu machen.

Wie Stadtsprecher Christoph Dellmans am Freitag mitteilte, gab es am Himmelfahrtstag gegen Mittag eine Kontrollaktion des Ordnungsamtes, unterstützt von der Polizei. Obwohl vor geraumer Zeit entlang der Hülser Straße etliche Halteverbotsschilder aufgestellt wurden, um das Parken von illegalen Badegästen auf dem Grünstreifen der Bundesstraße 509 zu verhindern, störten sich offensichtlich viele Besucher des Baggersees nicht daran. In den Mittagsstunden stellten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes insgesamt zehn im absoluten Halteverbot geparkte Autos fest. „Die Fahrzeughalter hielten sich allesamt illegal am Baggersee auf“, berichtete Stadtsprecher Dellmans. Mit Unterstützung von Polizei und einem Abschleppunternehmen seien zunächst drei Fahrzeuge abgeschleppt worden. Die übrigen Fahrzeughalter kamen im Laufe der Kontrollaktion zu ihren Autos. Dennoch erhielten alle eine Verwarngeld wegen Parken im absoluten Halteverbot.

Auf dem Gelände selbst trafen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes etwa 20 Personen an. Deren Personalien wurden aufgenommen. Sie erhielten zudem jeweils ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro, weil sie sich verbotenerweise am Baggersee aufhielten und gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen hatten, teilte Stadtsprecher Dellmans weiter mit.

Die Kontrollaktion in der Mittagszeit war indes nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn am Nachmittag parkten wieder Autos verbotenerweise auf dem Grünstreifen am Königshüttesee. Zudem pilgerten vereinzelt Sonnenhungrige mit Badesachen zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Kempen oder St. Hubert aus zum See.

Anfang Mai hatten Kreis Viersen, Stadt Kempen und Polizei einen Vierstufenplan für Kontrollen am Königshütte zwischen Kempen und St. Hubert angekündigt. Mit dem wollen die Behörden das Problem mit den illegalen Badegästen auf dem Privatgelände des früheren Baggersees in den Griff bekommen. Das besteht schon seit 25 Jahren. Immer dann, wenn das Thermometer über die 25-Grad-Marke steigt, tauchen die Wildschwimmer auf dem Areal auf. Das Betreten des Geländes ist ausdrücklich verboten. Schilder weisen darauf hin. Das hat die illegalen Besucher in der Vergangenheit wenig gestört. Sie schnitten Löcher in Zäune, brachen Vorhängeschlösser an Toren auf, um auf das Gelände zu kommen. Sie hinterließen regelmäßig Berge von Müll, die der Privateigentümer entsorgen musste. Die illegalen Gäste gefährdeten überdies seltene Vögel und andere Tierarten, die sich auf dem unter Landschaftsschutz stehenden Areal angesiedelt haben. Im Übrigen: Das Schwimmen in dem bis zu 30 Meter tiefen ehemaligen Baggersee ist lebensgefährlich.