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Lindenallee in Kempen: Naturschützer sehen „faulen Kompromiss“

Lindenallee in Kempen : Naturschützer sprechen von einem „faulen Kompromiss“

Dass eine Reihe von Bäumen für eine Zufahrt zu einem Gewerbegebiet in Kempen gefällt werden müssen, stößt weiterhin auf Kritik. Die Lindenallee an der Hülser Straße müsse komplett erhalten bleiben.

Auch der neue Vorschlag der Kempener Stadtplanung für den Bau eines Kreisverkehrs an der Hülser Straße findet bei denjenigen, die das Vorhaben seit mehr als einem Jahr kritisch begleiten, keine Zustimmung. Es geht, wie berichtet, um eine unter Landschaftsschutz stehende Lindenallee. Einige der Bäume müssten für den Straßenbau weichen. Die Stadtplanung hat eine neue Variante vorgelegt, nach der – anstatt wie ursprünglich geplant – nicht mehr 17, sondern nur noch acht Bäume, darunter drei der geschützten Linden, gefällt werden müssten.

„Mit vielen Worten und vielen Plänen wird hier ein angeblicher Kompromiss vorgetäuscht“, sagt Peter Jeske, langjähriger Sprecher des Kempener Ortsvereins des Naturschutzbundes Nabu. Er zählt von Anfang an zu den schärfsten Kritikern des Projektes. Jeske vertritt die Meinung des Kreises Viersen, dass eine geänderte Erschließung des geplanten Gewerbegebietes mit Ampel und Linksabbiegerspur statt Kreisverkehr die bessere Lösung sei.

Wie Jeske ist auch Rainer Clute-Simon von der Bürgerinitiative Kempen der Ansicht, dass ein Kreisverkehr am Kempener Außenring die einzig sinnvolle Alternative sei. Jeske verweist auf den Kreis Kleve, wo es solche Kreisverkehre gibt. Beide, Jeske und Clute-Simon, führen bei dem Thema Kreisverkehr am Außenring an, dass sich dort die Unfallzahlen verringern könnten und der Verkehr ohne Ampel flüssiger fließen könnte. Zudem könnte die Stadt Kempen sich die Kosten mit Straßen.NRW (der Außenring ist an dieser Stelle eine Bundesstraße) teilen.

Clute-Simon ist zudem aufgefallen, dass bei einer Verschiebung des Kreisverkehrs in die Einmündung der Heinrich-Horten-Straße hinein dort Flächen der Stadtwerke und des städtischen Feuerwehrgeländes benötigt würden. Er vermutet, dass sich als Nebeneffekt die vermarktete Fläche des Gewerbegebietes vergrößern werde. Er fragt angesichts der Flächen, die für den verschobenen Kreisverkehr benötigt würden, nach den Mehrkosten. Die Stadt gibt in ihrer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz am kommenden Montag, 25. Mai, Mehrkosten von 60.000 Euro an. Auch andere Kritiker des Projektes wie der Naturschützer Georg Lüdecke (ÖDP/Nabu und „Fridays-for-Future“-Bewegung) macht auf die Grundstücksthematik aufmerksam: Immerhin handele sich um städtische Flächen (Feuerwehrareal) oder um ein Teilgrundstück am Kempener Wasserwerk, das sich im Besitz der Stadtwerke befindet.

Unterm Strich bleiben die Kritiker dabei: Die Lindenallee soll uneingeschränkt erhalten bleiben.