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Kempen: Gut Heimendahl für Besucher geöffner

Hofanlage in Kempen : Gut Heimendahl für Besucher geöffnet

Auf Gut Heimendahl wird Nachhaltigkeit gelebt. Gerade in Zeiten von Corona wissen das viele Menschen zu schätzen. Die landwirtschaftliche Anlage bietet dem Besucher Einblicke in Lebensmittelproduktion, auch wenn derzeit alles etwas anders ist.

Normalerweise hätten sich die Tore von Gut Heimendahl am kommenden verlängerten Wochenende weit geöffnet, und Tausende von Besuchern wären auf die historische landwirtschaftliche Anlage geströmt. „Wir hätten unser Hoffest mit der traditionellen Schafschur zum Zuschauen und zahlreichen Marktständen gefeiert. Aber das ist leider in Zeiten von Corona nicht möglich. Jetzt werden die Schafe ohne Zuschauer geschoren“, sagt Hannes von Heimendahl. Etwas, das nicht nur der Gutsherr sehr bedauert. Für Gut Heimendahl ist die Corona-Krise keine einfache Zeit. Zu dem ausgefallenen Hoffest kommt das traditionelle mittelalterliche Ritterlager am ersten Juli-Wochenende, das ebenfalls nicht stattfinden kann. „Der Ausfall dieser beiden Feste ist für uns aus finanzieller Sicht dramatisch, da sie für uns zu den Haupteinkünften zählen“, sagt Kastellan Andreas Cohrs.

Ebenfalls von den Corona-Beschränkungen betroffen sind die Hochzeitsangebote. In der Regel ist Gut Heimendahl von April bis September an den Wochenenden mit Hochzeiten ausgebucht. Die Location ist ein besonders stimmungsvoller Ort zum Heiraten. Selbst wenn es im September zu Lockerungen kommen sollte, stellt sich die Frage, ob Menschen auf dem Gut unter Corona-Schutzbedingungen in diesem Jahr noch heiraten möchten.

Aber gerade diese schwere Zeit zeigt Gutsherr von Heimendahl und seinem Team, wie wichtig es ist, genau an dem festzuhalten, was das Leben auf der historischen Anlage ausmacht. Das Stichwort ist Nachhaltigkeit. „Wenn wir uns gerade den Schlachthofskandal anschauen, bei dem weder Tier- noch Menschenwohl gegeben sind, können wir nur sagen: Wir haben ein gutes Gewissen und können das unseren Kunden auch verdeutlichen“, sagt Cohrs. Die Tiere auf Gut Heimendahl – Schafe, Puten, Hühner, Gänse und Schweine – leben von der Geburt bis zur Schlachtung in Weide- und Offenstall-Haltung auf der Hofanlage. Es erfolgt kein Tiertransport, da Schlachtung und Verarbeitung ebenfalls auf dem Hof stattfinden. Die Tiere wachsen stressfrei und in einer natürlichen Umgebung auf – betreut von Mitarbeitern, die gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Auf dem Hof wird nachhaltige Landwirtschaft betrieben, die kein Siegel braucht. Sie wird für Besucher erlebbar gemacht.

Dass diese Nachhaltigkeit beim Verbraucher ankommt, konnte in den vergangenen Wochen festgestellt werden. Der Hofladen erfreute sich großer Beliebtheit. „Wir haben das Sortiment entsprechend der Nachfrage etwas umgestellt. Viele möchten ein leckeres Essen, das ohne Aufwand zubereitet werden kann. Daher bieten wir verstärkt viele eingemachte Speisen an“, sagt Cohrs. Da gibt es Omas Topfsülze genauso wie im Glas eingekochtes Perlhuhnfrikassee. Die orientalische Lamm- und die Schweine-Bolognese gibt es ebenfalls eingekocht im Glas.

Kastellan Andreas Cohrs inmitten der Tiere, die auf dem landwirtschaftlichen Hof aufgezogen werden. Dabei wird besonders auf die Nachhaltigkeit geachtet. Foto: Wolfgang Kaiser

Was viele Besucher auf Gut Heimendahl freut, ist die Tatsache, dass das traditionellen Suppenessen an den Samstagen wieder angelaufen ist. Im Innenhof stehen die Tische entsprechend der Corona- Schutzverordnung bereit. Am kommenden Samstag gibt’s den Klassiker, die Erbsensuppe, die Woche drauf wird Gulaschsuppe in der Hofküche gekocht. „Wir werden in Kürze unsere Spinnstube entsprechend der Corona-Schutzverordnung vorbereitet haben, damit dort auch wieder gegessen werden kann“, sagt Cohrs. Wer nicht vor Ort essen möchte, kann die Suppe auch mitnehmen. Das Gleiche gilt übrigens für die selbst gebackenen Kuchen. Auch die gibt’s im Außer-Haus-Verkauf.