Gemeinde Grefrath: Grefrath: Die Wahl hat gar nichts verändert

Gemeinde Grefrath: Grefrath: Die Wahl hat gar nichts verändert

Die Mehrheitsverhältnisse bleiben bestehen. CDU, SPD und Grüne gewinnen Stimmen dazu, die FDP erleidet ein Debakel. Bürgermeisterwahlen sind erst im nächsten Jahr.

Eigentlich hat die Kommunalwahl in Grefrath nicht viel verändert. Bürgermeister Manfred Lommetz stand nicht zur Wahl, die Mehrheitsverhältnisse im Rat sind dieselben geblieben: Die CDU ist klar die stärkste Partei, ist aber weit von der absoluten Mehrheit entfernt. SPD und Grüne gewannen an Stimmen, großer Verlierer ist die FDP. Ihr Stimmenanteil sank von 13,4 auf 7,1 Prozent. Offensichtlich haben viele Wähler es den Liberalen übel genommen, dass sie beim geplanten Rathausneubau in letzter Minute einen Rückzieher gemacht haben und damit das Projekt zum Scheitern brachten.

Im neuen Gemeinderat hat die CDU 16 von 34 Sitzen und kann damit den beiden Stimmen der FDP eine Mehrheit bilden. Für SPD und Grüne reicht es nicht. Weiterhin ist es so, dass der parteilose Bürgermeister sich für seine Pläne Mehrheiten suchen muss, wobei das durchaus auch wechselnde Mehrheiten sein können. Bestes Beispiel ist das fast realisierte neue Rathaus, beim dem anfangs SPD, FDP und Grüne an einem Strang zogen. Andererseits wird nun vermutlich der neue Kunstrasenplatz realisiert, mit Stimmen von CDU und FDP.

CDU-Fraktionsvorsitzende Wilma Hübecker zeigte sich gestern überaus zufrieden mit dem Wahlergebnis von 46,1 Prozent: "Unsere Politik in den vergangenen Jahren scheint dann nicht die schlechteste gewesen zu sein." DIE CDU habe 15 von 17 Direktmandaten errungen, darauf könne man stolz sein. Nun müsse man nach dem Wahlkampf ordentlich arbeiten und sich wieder den eigentlichen Aufgaben zuwenden.

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Der SPD-Vorsitzende Roland Angenvoort war gestern ein wenig zwiegespalten: Die SPD habe zwar an Stimmen zugelegt und das beste Ergebnis seit 20 Jahren geholt, aber es reiche trotzdem nicht zu einer Mehrheit mit den Grünen. Es sei ein klarer Lagerwahlkampf gewesen - mit der Frage, wo die Gemeinde Grefrath investiert, etwa in einen Kunstrasenplatz oder nicht. Was Angenvoort besonders aufstößt, ist die schlechte Wahlbeteiligung von gerade einmal 51,9 Prozent: "Das beschäftigt uns." Die Politik insgesamt habe die Grefrather nicht motivieren können, zur Wahl gehen. Für die SPD heiße das: "Das spornt uns an. Wir müssen noch mehr mit den Bürgern reden." Wie wichtig die einzelne Stimme sei, zeige ein aktuelles Beispiel: Karlheinz Weidenfeld habe seinen Bezirk mit drei Stimmen Vorsprung gewonnen.

Dirk Drießen, Fraktionsvorsitzender Grünen, sieht das Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Wir haben einen Sitz dazugewonnen, aber es reicht nicht für eine rot-grüne Mehrheit." So könne man Dinge nicht umsetzen, die man sich gemeinsam vorgenommen habe. Die Grünen seien aber auch offen, um mit der CDU und der FDP zusammen zu arbeitern. Bedenklich stimmt Drießen die schlechte Wahlbeteiligung: "Es ist traurig, wenn jeder zweite Grefrather nicht wählen geht."

(RP)