Kommunalwahl in Kempen: Rübo bestätigt - CDU holt alle Bezirke

Kommunalwahl in Kempen : Rübo bestätigt - CDU holt alle Bezirke

Kempens Bürgermeister Volker Rübo (CDU) bleibt bis 2020 als Verwaltungschef im Amt. Er erhält 50,85 Prozent. Die CDU holt alle Wahlbezirke. Die Linke zieht als sechste politische Gruppierung in den Rat ein. Die NPD bleibt draußen.

Bürgermeister Volker Rübo war die Erleichterung anzumerken, als er am Sonntagabend kurz nach 21.30 Uhr in der Aula des Kempener Luise-von-Duesberg-Gymnasiums an der Berliner Allee zur Wahlparty erschien. Das 55 Jahre alte Stadtoberhaupt hatte bis zuletzt im Rathaus am Buttermarkt zittern müssen, bevor für ihn feststand: Er bleibt für die nächsten sechs Jahre Bürgermeister und Verwaltungschef in der Thomasstadt. Mit 50,9 Prozent schaffte er knapp die absolute Mehrheit.

Ein Ergebnis, mit dem sich Rübo am Ende recht zufrieden zeigte. Immerhin hatte der Jurist, der seit 2009 Bürgermeister in Kempen ist, sechs Mitbewerber um das Spitzenamt. Allerdings verlor Rübo im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren satte 11,2 Prozentpunkte. In einem ersten Kommentar kündigte Rübo an, sich "weiterhin mit ganzer Kraft" für Kempen und alle seine Bürger einsetzen zu wollen.

Er möchte mit seinem "großartigen Verwaltungsteam und gemeinsam mit dem neuen Stadtrat" dafür sorgen, dass die ohnehin schon "tolle Stadt Kempen" noch besser werde. Für Rübo und seine Partei, die CDU, ist es vor allem ein Erfolg, dass ihr Bürgermeisterkandidat nicht in eine Stichwahl am 15. Juni muss. Das wäre der Fall gewesen, wenn er die absolute Mehrheit von 50 Prozent nicht erreicht hätte. Auf den Plätzen zwei und drei landeten - wie vor fünf Jahren - Andreas Gareißen (SPD) und Joachim Straeten (Grüne). Beide verloren im Vergleich zu 2009 leicht. Damals waren sie die einzigen Mitbewerber um das Spitzenamt im Rathaus.

Die CDU gewann sowohl bei der Stadtrats- als auch bei der Kreistagswahl in allen Wahlbezirken - ein Erfolg, den sowohl Parteivorsitzende Eva Theuerkauf als auch Fraktionschef Wilfried Bogedain als besonderen Erfolg werteten.

Die CDU verlor im Vergleich zu 2009 1,1 Prozentpunkte und landete bei 46,0 Prozent. Die SPD legte leicht zu (+ 1,7), ebenfalls die Grünen mit +0,6. Deutliche Verluste musste die FDP hinnehmen, die von 10,9 auf 6,5 Prozent rutschte. FDP-Fraktionsvorsitzende und -Bürgermeisterkandidatin, Irene Wistuba, wertete das Ergebnis als Folge des weiterhin schlechten Bundestrends, dem die Liberalen seit der Bundestagswahl im vergangenen Jahr unterliegen.

Als Erfolg bezeichnete Günter Solecki den Einzug der Linkspartei mit 3,5 Prozent in den Stadtrat, in dem sie mit zwei Stadtverordneten vertreten sein wird. Er kündigte eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Ratsfraktionen an. Dass die NPD - sie kam auf 0,9 Prozent - weiterhin nicht im Kempener Stadtrat vertreten sein wird, bezeichneten Sprecher aller anderen demokratischen Parteien als wichtigen Erfolg.

Querelen hatte es unmittelbar vor dem Wahltag bei den Freien Wählern gegeben. Drei Kandidaten waren - unter anderem wegen der Haltung der Freien Wähler gegenüber der neuen Denkmal-Initiative - aus der Vereinigung kurzfristig ausgetreten. Für Unverständnis und Kopfschütteln sorgte in den eigenen Reihen auch, dass der Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzende, Udo Kadagies, wenige Tage vor der Wahl mit seiner Frau zum Urlaub in die Karibik geflogen war.

Der neue Stadtrat wird mit vier Überhangmandaten künftig 44(bislang 40) Mitglieder haben. 20 Sitze (+ 1) erhält die CDU, 11 (+2) die SPD, Grüne 6 (+1), FDP 3 (-1), Freie Wähler 2 (-1) und Linke 2 (+2). Die Überhangmandate ergeben sich aus der Tatsache, dass die CDU alle Wahlbezirke gewonnen hat.

(RP)
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