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Kamp-Lintfort: So läuft die Digitalisierung der Schulen an

EDV-Ausstattung in Kamp-Lintfort : So läuft die Digitalisierung der Schulen an

Andreas Braems betreut für die Stadt die EDV-Ausstattung an sämtlichen Schule in Kamp-Lintfort. So sorgt der Experte dafür, dass bald 1000 Endgeräte für Lehrer und Schüler bereit stehen.

Ein Karton gegen eine Unterschrift, und der nächste bitte! Im Büro von Dietlind Frommann-Grün, der stellvertretenden Schulleiterin des Georg-Forster-Gymnasiums, stapeln sich die Kartons. Sie gibt die neuen Dienstgeräte an die Lehrkräfte des Georg-Forster-Gymnasiums aus, 55 iPads mit Stift und Hülle sowie 20 Laptops. „Das fühlt sich wie an Weihnachten: auspacken und staunen. Noch kurz vor den Sommerferien haben die Lehrer erstmals Dienstgeräte erhalten. Bisher haben die meisten ihre Arbeit und vor allem die Anforderungen des Distanzunterricht an eigenen Endgeräten erledigt“, teilt die Schule in einer Pressemitteilung mit.

Martina Köhlen-Prang, Oberstufen-Koordinatorin und zuständig für das hausinterne Medienkonzept, kommentierte: „Das ist tatsächlich ein besonderer Moment. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen und Prognosen zu wissen, dass jetzt alle Lehrkräfte mit Geräten ausgestattet sind und demnächst die Schülergeräte folgen, ist schon beruhigend. Hinzu kommt, dass die Stadt ja auch eine Lizenz für das von uns genutzte Programm für Video-Konferenzen erworben hat. Das ist eine enorme Verbesserung und deutlich günstigere Ausgangslage. Der erste pädagogische Tag im nächsten Jahr wird sich mit der Nutzung der Geräte, konkreten Anwendungen und digitalen Angeboten für Präsenz- und Distanzunterricht beschäftigen. Da entwickeln wir uns also kontinuierlich weiter.“

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Wie viel Arbeit hinter der kurzen Nachricht „Dienstgeräte an Lehrkräfte ausgegeben“ steckt, kann Andreas Braems am besten erklären. Er hat im vergangenen September bei der Stadt Kamp-Lintfort angefangen hat: Zusammen mit Thorsten Klemp betreut er die EDV-Ausstattung sämtlicher Schulen in Kamp-Lintfort und hat dafür gesorgt, dass demnächst insgesamt knapp 1000 Endgeräte für die Kollegien sowie Kinder und Jugendlichen bereit stehen. „Wenn man sich erinnert, dass die Landespolitik die Sofortausstattungsprogramme im Herbst des letzten Jahres angekündigt hat, denkt man zunächst: Das ist schon lange her. Tatsächlich ist es so, dass die Beschaffung schwierig war. Als wir die Rückmeldungen der Schulen zu den gewünschten Geräten vorliegen hatten und bestellen wollten, waren viele Produkte überteuert oder mit sehr langen Lieferzeiten verbunden: Erste Teillieferungen haben uns zwar schon zu Weihnachten erreicht, die letzten sind aber erst vor vier Wochen angekommen,“ erklärte Andreas Braems und ergänzt pragmatisch: „So hatten wir zumindest etwas Zeit, geeignete Lagerräume zu organisieren: Denn das ist ein echtes Problem, so viel wertvolle Ware sicher unterzubringen. Allein die iPads sind etwa eine halbe Millionen Euro wert. Im Rathaus ist der Platz eh knapp, nicht alle Räume sind ausreichend gesichert. Schlösser mussten nachgerüstet, die Versicherungssumme hochgesetzt werden.“

Als nächstes galt es dann, jedes Gerät einzeln zu konfigurieren, für jede Lehrkraft ein Profil anzulegen, die Geräte zu inventarisieren und zu bekleben. Ganz abgeschlossen ist diese Arbeit noch nicht, denn die Lehrerinnen und Lehrer des Georg-Forster-Gymnasiums dürfen sich noch Anwendungen wünschen, die dann gegebenenfalls noch ergänzt werden – einfach per WLAN-Verbindung. Nach den Dienstgeräten wird Andres Braems die iPads für Schülerinnen und Schüler, nochmal etwa 640 Geräte, einrichten. Auch hier profitiert die Stadt von den Geldern der Sofortausstattungsprogramme; gleichzeitig hat Meike Kaukars aus der Abteilung für Schulen und Tageseinrichtungen auch Mittel aus dem Digitalpakt Schule beantragt.

Sie werden teilweise in Hardware investiert, so dass sich alle Schulen in Kamp-Lintfort auf jeweils etwa 70 iPads freuen können. Der andere Teil soll für Personal ausgegeben werden: „Weitere Administratoren vor Ort zu finanzieren, ist sehr sinnvoll. Die Stadt wird da mit dem Kommunalen Rechenzentrum kooperieren. Zwei Stellen, befristet auf drei Jahre, sind schon ausgeschrieben, konnten aber leider noch nicht besetzt werden,“ kommentierte Andreas Braems. „Aus dem Grund haben wir jetzt auch entschieden, die Administration der Rechnerräume am Gymnaium zunächst weiterhin bei der Firma kne zu belassen. Die Hardware soll nämlich erneuert werden.“

Wenn Andreas Braems in die Zukunft blickt, gerät er ins Schwärmen: „Mit den Mitteln des Digitalpakts werden auch digitale Displays angeschafft, zunächst für die Grundschulen, dann auch für die weiterführenden Schulen. Ende 2022, Anfang 2023 will die Telekom den Gigabit-Ausbau umsetzen und die Schulen mit Glasfaser versorgen: Die Arbeit geht uns nicht aus“, sagt der Digitalexperte der Stadt.