Kamp-Lintfort: Marktschreier wie auf Hamburger Fischmarkt.

Aktion in Kamp-Lintfort : Marktschreier wie auf Hamburger Fischmarkt

„Seitdem ich deine Aale fresse, hab’ ich Pickle in der Fresse“, begrüßte Wurst-Achim seinen Freund auf dem Wagen von Aal Ole. Der „bedankte“ sich auf dem Prinzenplatz: „Mach, dass du abhaust mit deiner Wurst.“ Doch Wurst-Achim verweigerte diesen Befehl.

Er füllte eine Tüte prallvoll mit mehreren Kilogramm Dauerwurst, während Blumenhändler Michel Saarloos seine Orchideen anpries.

„Edelsalami, Stickados, Dicke, französische Le Petit und ein Kilo Katenrauchwurst“, zählte Wurst-Achim auf, bevor er die Tüte für 20 Euro an einen Mann weiterreichte. Auf dem Prinzenplatz herrschte eine Atmosphäre wie sonntags auf dem Hamburger Fischmarkt an der Großen Elbstraße, nur in kleinerem Format. Am Samstag und Sonntag schreien Wurst-Achim, sein Freund vom Wagen Aal Ole sowie Blumenhändler Michel Saarloos wieder lautstark, mal wortspielerisch, mal deftig. Sie preisen sich selbst mit Superlativen an. Wurst-Achim nennt sich „das lauteste Lebewesen“. Aal Ole bezeichnet sich als „das Original vom Hamburger Fischmarkt“. Und Michel Saarloos sagt, er sei mit seiner Schwester Antje Saarloos „Hollands größter Blumenhändler“ und verkaufe seit 57 Jahren auf dem Hamburger Fischmarkt Blumen. Mit anderen Marktschreiern bilden sie die „Gilde der Marktschreier“, die ihre Wagen und Stände fast jedes Wochenende in einer anderen deutschen Stadt aufbaut.

Mit ihnen rollen weitere Händler an, die zum Beispiel Schmuck, Flammkuchen oder Bier verkaufen. „Wir hatten Glück, dass die Gilde am Wochenende noch frei war“, sagte Bettina Reiner nach der Eröffnung. Als Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft hatte sie vor sechs Wochen die Idee gehabt, die Marktschreier nach Kamp-Lintfort einzuladen. „Ich kannte sie aus anderen Städten“, begründete sie. „Ich wollte es einfach ausprobieren.“

Öffnungszeiten: Am Samstag gastieren die Marktschreier von 10 bis 19 Uhr auf dem Prinzenplatz, am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

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