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Kamp-Lintfort erinnert an Jenny Gompertz

27. Oktober 1941 in Kamp-Lintfort : Kamp-Lintfort erinnert an Jenny Gompertz

Jenny Gompertz wurde vor 80 Jahren nach Lodz deportiert. Sie betrieb in ihrem Haus an der Dorfstraße in Hoerstgen einen Kurzwarenladen.

Die Stadt Kamp-Lintfort erinnert an Jenny Gompertz. „Vor 80 Jahren, am 27. Oktober 1941, wurde Jenny Gompertz, die letzte jüdische Einwohnerin Hoerstgens nach Łódź deportiert“, teilte die Stadt mit. Jenny Gompertz wurde am 21. September 1889 in Hoerstgen geboren und betrieb in ihrem Haus an der Dorfstraße 57 einen Kurzwarenladen. „1938 kam es im Rahmen der Reichspogromnacht zu einem Anschlag auf ihr Geschäft“, so die Stadt. Ende 1939 habe sie ihr Haus an Nichtjuden verkaufen müssen und bis 1941 am Kamper Abteiplatz gewohnt.

Im Oktober 1941 sei sie gezwungen worden, in das „Judenhaus“ in der Kronprinzenstraße 13 in Essen umzuziehen, wo seit 1940 ihre jüngere Schwester Amanda Jacob mit ihrer Familie gelebt habe. Von dort aus seien die Schwestern ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert worden. Am 6. Mai 1942 sei Jenny Gompertz in das Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) gebracht worden, wo sie einen Tag später ermordet worden sei.

Auch ihre Schwester Amanda hatden Holocaust nicht überlebt. In ihrer Geburtsurkunde von 1896 sei ein Sterbevermerk mit dem amtlichen – nicht dem tatsächlichen – Todeszeitpunkt ergänzt worden, berichtet die Stadtverwaltung. Im Dezember 1941 sei die jüdische Familie Cahn aus Kamp deportiert worden. Von Riga aus habe sie ihr Weg in unterschiedliche Konzentrationslager geführt, wo alle Familienmitglieder den Tod fanden. An sie erinnern seit 2015 Stolpersteine vor ihrem ehemaligen Wohnhaus am Abteiplatz.