Kaarst-Vorst: Lehrer am Georg-Büchner-Gymnasium beleidigt

Fotos mit beleidigenden Kommentaren : Lehrer-Mobbing am Georg-Büchner-Gymnasium in Vorst

Gymnasiasten im Kaarster Stadtteil Vorst haben sogenannte Handy-Sticker von Lehrern erstellt. So wurden an der Schule Lehrerfotos mit hässlichen Kommentaren versehen. Die Schulleitung reagierte sofort.

Wo die Handysticker zum ersten Mal aufgetaucht sind, kann Volker Werker nicht sagen. Was der Leiter des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst aber sagen kann, ist, dass sich diese über alle Jahrgangsstufen wie ein Lauffeuer verbreitet haben. Doch was sind Handysticker überhaupt? Ganz einfach: Mit kostenlosen Apps können Schüler Fotos mit Emojis oder Kommentaren versehen und diese per WhatsApp untereinander teilen oder in sozialen Netzwerken posten. So wurden am GBG Lehrerfotos mit hässlichen Kommentaren versehen und unter den Schülern verbreitet.

„Hier wurden die Persönlichkeitsrechte Dritter massiv verletzt“, sagt Schulleiter Volker Werker. Zwar waren die Fotos nicht verunstaltet worden, wie er sagt, dennoch waren die meisten Kommentare beleidigend. Das Gymnasium hat bereits reagiert, die Schüler aller Jahrgangsstufen dürfen ihr Handy nur noch eingeschränkt nutzen. Das geht aus einem Brief an die Eltern hervor, der unserer Redaktion vorliegt. „Das ist ein massiver Missbrauch der neuen Medien. Auch die Oberstufe darf vorübergehend nur noch eingeschränkt das Handy benutzen“, sagte Werker. Heißt im Klartext: Schüler der Sekundarstufe II dürfen ihre Handys zwar mit zur Schule bringen, diese aber weder in den Pausen noch in den Freistunden zum Musikhören nutzen, was ihnen sonst erlaubt ist. Zudem müssen sie ihre ausgeschalteten Geräte vor Beginn des Unterrichts auf dem Pult oder der Fensterbank ablegen. „Alle Kollegen sind dazu aufgerufen, das zu kontrollieren, und bislang funktioniert das auch gut“, sagt Werker.

Zwar finden viele Oberstufen-Schüler die verschärften Handy-Regeln nicht gut, dennoch verstehen sie, warum die Schule so gehandelt hat – besser gesagt handeln musste. Denn das Georg-Büchner-Gymnasium wurde 2017 als „Sinus“-Kooperationsschule ausgezeichnet. Das Netzwerkprojekt Sinus (Sicher im Netz unterwegs) im Rhein-Kreis Neuss hat das Ziel, Schüler im Umgang mit dem Internet zu sensibilisieren. „Die Handy-Nutzung für alle einzuschränken, ist eine Akut-Reaktion der Schule, die allerdings notwendig war“, erklärt Werker. Erst, wenn sich die Situation wieder beruhigt hat und die Schule bei der Aufklärung einen Schritt weitergekommen ist, werde der Schulleiter die alte Regelung wieder herstellen. Die Schulpflegschaftsvorsitzende Carolin Kiefer ist mit den Maßnahmen „vollkommen einverstanden“, wie sie auf Nachfrage erklärt. Ein Proteststurm der Eltern blieb nach Aussage Kiefers aus. „Das, was dort geschehen ist, ist meiner Meinung nach ein Trauerspiel“, so Kiefer.

Generell wird Prävention im Umgang mit sozialen Medien am Georg-Büchner-Gymnasium groß geschrieben. Neben einer Medienbeauftragten, die laut Kiefer „sehr engagiert“ ist, werden die Schüler mit verschiedenen Maßnahmen im Hinblick auf den Umgang mit dem Internet trainiert. „Wir haben uns einem verantwortungsvollen Umgang zu diesem Thema verschrieben, und daran halten wir uns auch“, so Werker.

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