Kaarst: Projekt zum Kampf gegen "Smombies"

Kaarster Förderverein: Projekt zum Kampf gegen „Smombies“

Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahre sollen verschiedene Kleinkunstformen kennenlernen.

Mit Theater, Kabarett oder Musical kommen sie kaum in Kontakt: Jugendliche aus bildungsfernen oder armen Familien. Auch Kinder von Geflüchteten sowie Jugendliche, die ständig über dem Smartphone hängen (auch „Smombies“ genannt) und ihr soziales Umfeld vernachlässigen, sind betroffen. An eben diese Zielgruppe der Zwölf- bis 18-jährigen richtet sich das neue Projekt, mit dem der Förderverein des Kaarster Kabarett- und Kleinkunstprogramms – kurz F3k – ab Februar 2019 an den Start geht. Das Projekt mit dem etwas sperrigen Titel „Prävention durch spielerisches Heranführen an das erlebte Theater“ soll Jugendlichen die Möglichkeit bieten, verschiedene Kleinkunst-Formen kennenzulernen und ein Gemeinschaftserlebnis einer besonderen Art zu erleben.

„Ab dem zweiten Schulhalbjahr wollen wir beginnen“, erklärt der F3k-Vorsitzende Joachim Marzinkowski. „Vorher werden wir mit Schulen und Jugendeinrichtungen wie beispielsweise der Insel oder dem Bebop Kontakt aufnehmen, um die Workshops bekannt zu machen.“ Über ein Jahr lang sollen alle zwei Wochen zweistündige Workshops mit Schauspielern, Regisseuren und ausgewählten Künstlern angeboten werden. Mehrmals sind Besuche von Theaterproben und Sound-Checks geplant, um so den Jugendlichen einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen.

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Ermöglicht wird das Projekt durch die finanzielle Förderung der Marandi-Stiftung unter Trägerschaft der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss. Der Präventionsansatz, der mit diesem Projekt verfolgt werde, wende sich insbesondere den Gefahren zu, die mit dem Smartphone als ständigem digitalen Begleiter von Kindern und Jugendlichen verbunden sind. „Viele Eltern stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber“, so der Vorstand.

Theaterspiel könne eine – insbesondere junge Menschen ansprechende – Kommunikationsform sein, um der zunehmenden Vereinsamung, aber auch Mobbing und Ausgrenzung entgegen zu wirken. Jugendliche sollen schrittweise an Formen des Schauspiels und Kabaretts herangeführt werden. „Gemeinsam werden Texte und Rollen erarbeitet“, beschreibt Marzinkowski das Projekt. Heranwachsende können auf diese Weise eine andere Art der Kommunikation spielerisch erfahren. Das Sozialverhalten könne nachhaltig beeinflusst werden durch Bühnenauftritte, um anderen das Erlernte vorzuführen, oder durch Verantwortung bei Bühnengestaltung, Licht und Ton. „Das wäre ein wunderbarer Abschluss des Projekts“, heißt es vom Förderverein, „und zugleich Werbung für andere Jugendliche sowie Motivation, sich anzuschließen.“

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