Kinder verwandeln Stadtpark in Kaarst für St. Martin in ein Lichtermeer

St. Martin in Kaarst: Ein Lichtermeer im Stadtpark

Die Kaarster Grundschulen haben St. Martin gefeiert. Nach dem traditionellen Umzug wurde im Stadtpark das Martinsfeuer entflammt. Auch Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus war Feuer und Flamme für das Fest.

„Ein Lichtermeer, zu Martins Ehr, rabimmel, rabammel, rabumm“ – dieser Auszug aus dem Kinderlied „Ich geh’ mit meiner Laterne“ konnte am Mittwoch auf den Stadtpark in Kaarst übertragen werden. Die Grundschulen verwandelten die Wiese mit ihren Laternen in ein schönes Lichtermeer. „Das ist immer wieder ein tolles Bild“, sagte auch Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus begeistert.

Bevor es in den Stadtpark ging, zogen die Grundschulen alle zusammen durch die Straßen von Kaarst – begleitet von vielen freiwilligen Helfern, die Pechfackeln anstatt Laternen in den Händen hielten. Natürlich durfte auch der heilige St. Martin nicht fehlen. Dieser wurde wir jedes Jahr vom General der Kaarster St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, Klaus Gehlen, verkörpert. Gemeinsam mit seinen beiden Rittern – Adjutant Hermann Lehnen und Jägermajor Markus Weber – führte er den Zug an. Auf der Wiese wurden die Schulen einzeln vom Vorstand des Martinsvereins begrüßt, im Anschluss drehte St. Martin eine Runde, damit die Kinder ihn auch mal aus nächster Nähe betrachten konnten. Nach dem Martinsspiel, in dem der römische Soldat die Hälfte seines Mantels einem armen Bettler (Alexander van der Zee) spendete, war das Fest für die Kinder vorbei. Das traditionelle Gripschen im Anschluss fand wie schon im vergangenen Jahr nicht statt. Die Kinder wurden im Vorfeld dazu aufgerufen, erst am Freitag auf Süßigkeitenjagd in den Geschäften zu gehen.

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Dirk Andreas als Vorsitzender des Martinsvereins und sein stellvertreter Reinhard Breil führten durch das Programm. „Das ist ein tolles Bild hier“, sagte Reinhard Breil zu Beginn seiner Ansprache: „Wir gehen alle seit über 150 Jahren in unserer Heimat für das, was St. Martin getan hat, auf die Straße. Das ist die älteste Demonstration der Welt. Haltet eure Laternen noch einmal in die Luft und lasst den Himmel über Kaarst hell erleuchten“, sagte Reinhard Breil, und die Kinder folgten seinem Aufruf und sorgten so für ein tolles Bild. Der heilige Martin ist durch seine Mantelteilung berühmt geworden, und auch heute gebe es noch genügend Menschen, die Hilfe bräuchten, so Breil. Vor allem diejenigen, die aus ihrem Heimatland flüchten müssten und ihr gesamtes Hab und Gut dafür aufgeben. „Diese Menschen kommen nicht freiwillig zu uns und riskieren ihr Leben. Sie tun das aus der Not heraus und sind in einer ähnlichen Lage wie der Bettler, dem Martin damals begegnete“, sagte der stellvertrende Vorsitzende.

Im Stadtpark brannte ein großes Martinsfeuer. Foto: Georg Salzburg(salz)

Dem Martinsverein ist es wichtig, dass das Fest seinen Namen behält – und nicht in „Sonne, Mond und Sternefest“ oder „Lichterfest“ umbenannt wird. Dem stimmt auch Ulrike Nienhaus zu. „Ich finde es Unsinn, den Namen zu ändern. Denn St. Martin hat eine Geschichte, man verbindet etwas damit“, sagte sie.

Klaus Gehlen als St. Martin und Alexander van der Zee als Bettler. Foto: Georg Salzburg(salz)
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