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Kaarst: Das Rathaus wird digital

iPads für Ratsmitglieder in Kaarst : Das Rathaus wird digital

Im Rat benutzen die Kaarster Politiker iPads. Damit treibt die Stadt die Digitalisierung im Rathaus voran.

Viele Ratsmitglieder schauen gebannt auf ihr iPad, Stadtsprecher Peter Böttner lädt die Dateien, die gerade über den Beamer an die Wand projiziert werden, auf sein Tablet. Die Szenen aus dem Stadtrat Ende September zeigen: die Digitalisierung ist im Kaarster Rathaus angekommen.

„Jedes Stadtratsmitglied hat ein iPad bekommen und soll dieses auch nutzen. Es gibt keine ausgedruckten Papiere mehr“, sagt der Stadtsprecher unserer Redaktion. Und die Digitalisierung wird angenommen: 47 der 50 Ratsmitglieder haben sich für die Nutzung der neuen Technik entschieden. Die Anschaffung der Tablets kostete für die Stadt rund 43.000 Euro – jedoch liegen die Gesamtkosten der Umstellung noch ein bisschen höher. Denn in der Summe sind weder die Software für die Geräte noch die Schulungen für die Ratsmitglieder inbegriffen. „Eine Summe der Gesamtkosten kann noch nicht beziffert werden, da der Umstieg noch nicht vollständig abgeschlossen wurde“, sagt Böttner. Damit die Ratsmitglieder mit der neuen Technik umgehen können, hat die Stadt Schulungen durchgeführt. „Diese wurden auch genutzt. Aber selbstverständlich gibt es Unterschiede hinsichtlich der Vorkenntnisse und Handhabung eines Tablets“, sagt Böttner.

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus hält den Schritt hin zur digitalisierten Arbeit im Rathaus für absolut notwendig. „Mit der Umstellung auf die digitale Ratsarbeit geht die Stadt den richtigen Weg. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, hunderte Seiten Papier zu bedrucken und per Post als Sitzungsunterlagen zu versenden“, sagt Nienhaus: „Der digitale Rat spart Papier, Kosten und Zeit. Deshalb wollen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und sukzessive auch die internen Abläufe immer weiter anpassen.“

Der CDU-Vorsitzende Lars Christoph begrüßt den Schritt der Verwaltung. „Es wurde langsam Zeit, dass der Stadtrat digital wird“, sagt er: „Damit stellt sich die Stadt für die Zukunft auf.“ Günter Kopp ist begeistert von dem „Stadtrat 2.0“. „Das ist eine Arbeits- und Organisationserleichterung, ganz klar“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende. Die Arbeit mit den neuen Geräten fällt Kopp nicht schwer, im Gegenteil: Er arbeite schon seit 1985 mit Apple-Geräten. „Das ist ja kein Hexenwerk. Jetzt kann ich mir die Unterlagen immer direkt auf das iPad laden und mit einem digitalen Stift Notizen machen. Besser geht es doch nicht“, sagt er. Seiner Meinung nach sollte die Stadt sogar darüber nachdenken, auch sachkundige Bürger, die in den Ausschüssen sitzen, mit iPads auszustatten. Diesen werden die Sitzungsunterlagen immer noch in gedruckter Form per Post zugesendet.

Durch die iPads fallen Kosten für Druck und die Verteilung der Unterlagen weg. Wie hoch die Einsparungen tatsächlich sind, kann die Verwaltung derzeit noch nicht beziffern. „Belastbare Zahlen liegen zu den Einsparungen durch die iPads noch nicht vor. Die Ersparnis setzt sich aus den Papierkosten, vor allem aber aus den Portokosten und dem reduzierten Personalaufwand in der Versandvorbereitung zusammen“, sagt Böttner. Fest steht aber: Die Verwaltung hat mit der Anschaffung der iPads den ersten Schritt in die Politik der Zukunft gemacht.