Junge Frau aus Kaarst pflanzt Bäume im Regenwald

Ehrenamtliche Hilfe in Brasilien: Kaarsterin pflanzt Bäume im Regenwald

Rebecca Theisen hat sich  rund  zwei Wochen lang täglich um Bäume gekümmert. Jedoch nicht um die vor der eigenen Haustür, sondern um Setzlinge im rund 8570 Kilometer entfernten brasilianischen Regenwald. Was steckt dahinter?

Das Thema Bäume tauchte in den vergangenen Tagen immer wieder in den Nachrichten auf, weil die anhaltende Hitze ihnen zu schaffen machte. Rebecca Theisen aus Kaarst hat sich rund zwei Wochen lang auch täglich um Bäume gekümmert. Jedoch nicht um die vor der eigenen Haustür, sondern um Setzlinge im rund 8570 Kilometer entfernten brasilianischen Regenwald.

Der tropische Mata Atlântica gilt als der artenreichste und zugleich am stärksten bedrohte Regenwald der Erde. Lediglich sieben bis zwölf Prozent sind in Fragmenten noch intakt. Die deutsch-brasilianische Umweltschutzorganisation AMAP hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Wald aufzuforsten. Neben festangestellten Helfern sind auf der Farm in der Nähe der Stadt Ilhéus regelmäßig Freiwillige wie Rebecca Theisen im Einsatz, die bereits vorgezogene Bäumchen pflanzen.

Für die 25-jährige Kaarsterin war schon die Reise zum Aufforstungsgebiet hin ein kleines Abenteuer. „Ich bin noch nie allein geflogen, deswegen war ich sehr aufgeregt“, erzählt die angehende Zahntechnikermeisterin. Angekommen am Flughafen im brasilianischen Salvador, ging es nochmals rund sieben Stunden mit dem Bus bis nach Ilhéus. Dort wurde sie abgeholt. Gemeinsam mit vier weiteren Ehrenamtlern aus Deutschland pflanzte sie während ihres Aufenthalts mehr als 1000 Bäume.

  • „Senioren-Ghetto“ in Kaarst : SPD-Chefin Palmen leistet sich verbalen Aussetzer

„Um sieben Uhr haben wir morgens immer angefangen. Abends sind wir deshalb meist schon um acht Uhr schlafen gegangen“, sagt Rebecca Theisen. Wenn sie von der Verpflegung auf der Farm erzählt, gerät sie ins Schwärmen. „Es gab unter anderem Bananen, Maracujas, Jackfruit, Kürbisse und Avocados – alles quasi direkt vom Baum gepflückt.“ Auch der Regenwald hat die 25-Jährige schwer beeindruckt. Auf ihrem Handy hat sie nicht nur zahlreiche Fotos von exotischen Tieren und Pflanzen mit nach Hause genommen, auch die einzigartige Geräuschkulisse des Regenwaldes hat sie mit dem Smartphone aufgezeichnet.

Eine besondere Begegnung, an die sich Rebecca Theisen gerne zurückerinnert, war die mit den als stark gefährdet eingestuften Goldkopflöwenäffchen, die nur im Mata Atlântica leben. „Als wir sie auf unserer Affen-Tour gesehen haben, war das nochmal eine große Motivation für uns Freiwillige. Man wusste genau, wofür die ganze Arbeit ist.“ Mit der Aufforstung will AMAP nämlich nicht nur einen Beitrag zum Wald- und Klimaschutz leisten, sondern auch den Lebensraum der bedrohten Äffchen sichern und vergrößern.

Rebecca Theisen kann sich gut vorstellen, noch einmal für AMAP nach Brasilien zu reisen. „Dann aber länger, damit sich der lange Flug lohnt“, sagt sie. Während ihres Aufenthalts habe sie eigentlich nichts aus ihrer Heimat vermisst. Luxus wie Internet oder Fernsehen haben ihr nicht gefehlt. Sie musste sich eher nach ihrer Rückkehr nach Kaarst umstellen. „Ich habe in Brasilien oft draußen auf der Veranda in der Hängematte geschlafen. In meinem Bett war es mir deshalb erstmal wieder viel zu ruhig“, meint sie und muss lachen.

Mehr von RP ONLINE