Stadt will verstärkt Behindertenparkplätze kontrollieren

Behindertenparkplätze in Kaarst : Stadt will verstärkt Behindertenparkplätze kontrollieren

Nur „außergewöhnlich behinderte“ oder blinde Personen dürfen die Stellplätze auch nutzen, sagt die Verwaltung.

Die Stadt Kaarst wird die Kontrollen der Behindertenparkplätze im Stadtgebiet forcieren. „Es häufen sich die Verstöße. Immer mehr Autofahrer weichen ohne entsprechende Berechtigung auf Behindertenparkplätze aus. Dies können wir nicht tolerieren“, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes, Brigitte Kaulen.

Barbara Gohl, kommissarische Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, der unter anderem die Interessen von Menschen mit Behinderung vertritt, begrüßt diesen Schritt der Verwaltung sehr. „Ich bin oft für den VdK unterwegs und habe selbst schon häufig festgestellt, dass Behindertenparkplätze mit Autos zugeparkt sind, die keine Berechtigung haben“, sagt sie. Sie würden dann „nur mal eben“ dort parken, etwas einkaufen und wieder fahren. „Natürlich, ist ja auch bequem. Aber ein Mensch, der darauf angewiesen ist und dadurch womöglich einen weiteren Weg hat, leidet darunter.“

Die Menschen auf ihr Fehlverhalten anzusprechen, mache allerdings wenig Sinn: „Dass sie einsichtig sind, habe ich bisher noch nicht erlebt“, sagt Gohl. Im Gegenteil. Ein paar Mal habe sie die Autofahrer angesprochen, diese seien daraufhin sogar frech geworden. Aus Angst, die Falschparker würden eventuell sogar handgreiflich werden, will sie sich in Zukunft nicht mehr äußern. Umso erfreulicher sei es, dass das Ordnungsamt jetzt aktiv werden möchte. „Es ist so schwierig, einen Parkausweis zu bekommen. Wenn man als Betroffener ständig vor zugeparkten Behindertenparkplätzen steht, ist das sehr ärgerlich.“

Die Stadt weist darauf hin, dass ein Schwerbehindertenausweis nicht ausreicht, um die als Behindertenparkplatz gekennzeichneten Stellplätze zu nutzen. Nur Personen mit den Merkzeichen „außergewöhnlich gehbehindert“ (aG) oder „blind“ (Bl) erhalten den blauen Parkausweis, der zum Parken auf Behindertenparkplätzen berechtigt. „Ein Falschparken auf einem Behindertenparkplatz kostet 35 Euro Bußgeld“, heißt es seitens der Verwaltung. Zudem werde die Stadt künftig konsequent abschleppen lassen. Gohl geht sogar noch weiter. Sie meint, dass längst nicht jeder Ausweis noch Gültigkeit besitze.

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