Lichtspektakel An Schloss Dyck endet

Schloss Dyck : Etwa 30.000 Gäste erleben das Lichtfestival

Begeistert waren die Zuschauer vom Lichtspektakel, das es – mit Unterbrechung – seit 2005 gibt. Auch im nächsten Jahr soll es das Kunstereignis im Park von Schloss Dyck geben. Geplant ist das erste Septemberwochenende 2020.

„Das Licht ist der größte Feind des Lichts“, behauptet Robbert ten Caten. Der Mann muss es wissen, er ist Kurator des Lichtfestivals auf Schloss Dyck. Beim Innogy-Empfang zum Abschluss des diesjährigen Spektakels erläuterte der Mann, der für die künstlerische Ausrichtung des Festivals verantwortlich zeichnet, den Grund dafür, warum er lieber in einem Schloss und einem Schlosspark tätig wird statt in einer Innenstadt die Illuminationen gestaltet. „In der Stadt brennen zu viele Laternen und gibt es zu viele beleuchtete Fenster. Da kommt die Lichtkunst einfach nicht so richtig zum Zuge oder es müssen viele Anstrengungen unternommen werden, um das störende Licht auszuschalten.“

Derlei Störungen waren an Schloss Dyck ausgeschlossen. Europaweit hatte ten Caten im Vorfeld nach Lichtkünstlern gesucht, die die Qualität haben, sich an dieser Anlage zeigen zu können. Zehn Künstler und Gruppen wählte er europaweit aus, die jetzt am Abschlusswochenende ihre Werke ins Grün sowie an die Fassaden zauberten.

Mit der Umbenennung der bisherigen „Illumina“ zum „Lichtfestival“ im Vorjahr habe das Kunstereignis neuen Schwung gekommen, bereits zum zweiten Mal arbeitete die Stiftung Schloss Dyck als Veranstalter mit dem niederländischen Kurator zusammen. „Zuvor hatten wir ein einheitliches Lichtbild. Mit Einführung des Lichtfestivals setzen wir auch dank Robbert ten Caten auf eine thematische Vielfalt, die in diesem Jahr natürlich dominiert wird von den beiden Jubiläen 200 Jahre Englischer Landschaftsgarten und 20 Jahre Stiftung“, lobte Jens Spanjel aus dem Stiftungsvorstand.

Die Neuausrichtung habe der Veranstaltung gut getan, auch wenn nicht jedermanns Geschmack damit getroffen wurde. „Wir haben durch das Lichtfestival ein breites Besucherspektrum vom Kleinkind bis hin zum Senior.“ Auch kämen inzwischen häufiger junge Erwachsene in den Park. Der Erfolg des Lichtfestivals lässt sich durch Zahlen belegen. „Bei täglich steigenden Zahlen werden wir wohl auch dank des guten Wetters bei 28.000 bis 30.000 auskommen“, schätzt Spanjel. Damit trage das Festival mit dem Weihnachmarkt und den Classic Days zum großen Teil dazu bei, dass jährlich etwa 300.000 Besucher zum Schloss Dyck kommen. „Durch ihren Eintritt tragen die Besucher zur Deckung von 90 Prozent der Betriebskosten bei.“

Bis spät in die Nacht hinein drängelten sich die Besucher am Abschlusswochenende vor dem Eintritt. Beim Bummel durch den Park, geleitet von Kerzen entlang des Rundweges, erlebten sie die zehn Stationen des Lichtfestivals. Für jeden Geschmack war etwas dabei, für die Freunde des Mystischen, etwa beim Tanz der Regentropfen, ebenso wie für die Freunde des Gigantischen, wie bei der großflächigen Familienbande mit mehreren Installation. Der kritische Umgang mit der Natur blieb nicht außen vor bei den aus den Rissen des Erdreichs aufsteigenden Schmetterlingen, die die Zerstörung der Welt beklagen. Auch die Romantik kam nicht zu kurz, wie etwa beim Klang des Himmels, in dem die Wolken ihre eigene Party feiern. Und selbstverständlich bildete die illuminierte Fassade des Schlosses, bei der durch Lichtspielereien die unterschiedlichen Epochen nachgezeichnet wurden, den faszinierenden Abschluss eines Rundgangs durch den Park.

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