Die Stadt Jüchen lobt ein Stipendium für künftige Landärzte aus

Stipendium für Landärzte : Jüchen lobt Landarztstipendien aus

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Jüchen beginnt jetzt mit der Bewerbung für das neue Landarztstipendium. Die Bewerbungsfrist ist über den 31. Juli hinaus verlängert worden. Stipendiaten binden sich für fünf Jahre an die Stadt.

Um dem drohenden Landärztemangel entgegen zu treten, möchte die Stadt Jüchen ein Stipendium ausloben. Auch bei der Landesregierung hat jetzt ein Förderprogramm begonnen. Und die ersten Medizinstudenten ohne Numerus Clausus sind jetzt bereits angetreten. In Jüchen bemüht sich indes Wirtschaftsförderer Thomas Schröder um die Realisierung des beabsichtigten Stipendiums, möglichst für Abiturienten des stadteigenen Gymnasiums und später auch der Jüchener Gesamtschule, wenn deren neue Oberstufe die ersten Abiturienten entlassen wird. Dazu sind allerdings noch Absprachen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) notwendig.

Wie Schröder berichtet, hat es Ende August ein Abstimmungsgespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung NRW gegeben. Diese begrüße die Initiative aus Jüchen und halte sie für eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits vorhandenen Förderprogrammen des Landes und der KV. Die endgültige Abstimmung mit der KV Nordrhein sollte laut Schröder in der vergangenen Woche stattfinden. „Die Wirtschaftsförderung wird danach sofort mit der Bewerbung beginnen, mit Hinweis, dass die Bewerbungsfrist über den 31. Juli hinaus verlängert wird“, kündigte er an.

Zudem plane die KV Nordrhein, die Initiative über ihre Internetseite www.arztsein-in-nordrhein.de zu bewerben, fügt Schröder hinzu. „Darüber hinaus werden die Universitätskliniken und ortsansässige Ärzte von der Wirtschaftsförderung angeschrieben“, kündigt Thomas Schroeder an.

Mit einem Stipendium von 300 Euro im Monat möchte die Stadt Jüchen angehende Medizinstudenten dazu bewegen, sich als „Landärzte“ in Jüchen niederzulassen. Die CDU hatte den Antrag für ein solches Stipendium gestellt, um dem sich abzeichnenden Hausarztmangel auch in Jüchen rechtzeitig zu begegnen. Jüchen ist aktuell zwar noch recht gut versorgt mit niedergelassenen Ärzten. Die sind aber durchweg nicht mehr jung. Allerdings sollte das Stipendium nach Vorstellung der CDU zunächst auf 500 Euro pro Monat festgelegt werden. Die Stadt hält aber nur 300 Euro für vertretbar.

Ursprünglich sollte die Förderung aus Jüchen bereits zum Start des Wintersemesters 2019/20 beginnen. Ob dies noch möglich wird, hängt nun auch davon ab, ob sich so schnell noch Bewerber für das Stipendium in oder für Jüchen finden lassen. Im städtischen Haushalt stehen für dieses Jahr noch 900 Euro zur Verfügung, darüber hinaus 4500 Euro für das Jahr 2020, 8100 Euro für 2021, 10.800 Euro für 2022, 9900 Euro für 2023, 6300 für 2024 und 2700 Euro für 2025. Die noch unvollständigen Summen würden dann per politischem Beschluss angepasst, wenn sich ein Stipendiat findet, der auch die von der Stadt auferlegten Verpflichtungen eingeht.

Die Stadt will nun auf die weiterführenden Schulen vor Ort zugehen, um junge Menschen für das Medizinstudium mit Stipendium zu gewinnen. Wer dann ausgewählt wird, der muss sich allerdings auch verpflichten, nach dem Studium die Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin zu absolvieren und sich für mindestens fünf Jahre in der Stadt Jüchen als Arzt niederzulassen. Um ein Stipendium zu erhalten, muss außerdem eine Immatrikulation an einer nordrhein-westfälischen Universität für das Medizinstudium erfolgen. Das Studium sollte möglichst in der Regelstudienzeit nach acht Semestern nach dem ersten klinischen Abschnitt beendet werden. Denn die Stadt Jüchen würde das Stipendium auch nur für maximal acht Semester zahlen.

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