Heimatministerin Ina Scharrenbach plädierte in Jüchen für ein einiges Europa

Feierlichkeiten zur Stadtwerdung Jüchens: Stadt-Festakt ist jetzt Stadt-Gespräch

Die kleine Delegation aus der französischen Partnerstadt reiste am Freitag ab. Sie schätzte das Plädoyer für ein einiges Europa, das Heimatministerin Ina Scharrenbach beim Festakt abgegeben hatte. Die gelungene Feier bleibt im Gespräch.

Der würdige und gelungene Festakt der neuen Stadt Jüchen war auch am „Morgen danach“ am Freitag noch Stadt-Gespräch. Die kleine Delegation aus der französischen Partnerstadt Leers mit Bürgermeister Jean-Philippe Andriès, seiner Ehefrau und Partnerschaftspräsident Jean-Marc Deleval, hatte im neuen Hotel von Schloss Dyck übernachtet und fuhr erst nach einem „Arbeitsfrühstück“ mit Bürgermeister Harald Zillikens wieder nach Nordfrankreich zurück. Viel verstanden hatten die Franzosen von den Festreden zwar nicht, wie sie zugaben. Aber sie hatten den anschließenden Empfang genossen und doch eine ganz wichtige Botschaft von Heimatministerin Ina Scharrenbach aufgenommen. Die hatte die Gäste auf Französisch begrüßt und zu Beginn ihrer Festrede ein Plädoyer für den Bestand einer einigen Europäischen Union, mit Seitenhieb auf den anstehenden Brexit, abgegeben.

Dem festlichen Rahmen gezollt, hatte Bürgermeister Harald Zillikens die ansonsten fast nie von ihm getragene Amtskette angelegt. Und sein französischer Kollege hatte die Schärpe in den Nationalfarben umgelegt. Überhaupt herrschte beim Festakt eine sonst nur selten erlebte „Bürgermeister-Dichte“: Bis auf den Grevenbroicher Bürgermeister, der „seinen“ ersten Beigeordneten an seiner Stelle schickte, waren alle Kollegen aus dem Rhein-Kreis sowie auch der Mönchengladbacher Oberbürgermeister erschienen. Besonders hervorgehoben wurden auch die ehemaligen Jüchener Bürgermeister Rudolf Schmitz und Margarete Kranz, die ebenfalls gekommen waren. In Kranz’ Amtszeit war bekanntlich schon einmal ein Anlauf unternommen worden, Jüchen zur Stadt zu machen.

Eine Art von Gedenkpalette zur Stadtwerdung ist jetzt vor dem Haus Katz in den Boden eingelassen worden. Foto: Gundhild Tillmanns

Sozusagen in die Erde zementiert ist die Stadt Jüchen jetzt auch mit einer Bodentafel vor dem Haus Katz. Und da sich die aus Jüchen stammende Künstlerin Meral Alma in ihren Arbeiten thematisch auch mit der Urbanisierung auseinandersetzt, hatte sie nicht gezögert, ihr immerhin 4,80 mal 2,20 Meter großes Bild „Zirkus des Lebens“ aus dem Besitz eines Düsseldorfer Sammlers für den Festakt auszuleihen und nach Jüchen zu transportieren. Es ist Teil einer thematischen Folge von zehn Bildern, die sie 2018 in Düsseldorf ausgestellt hatte. Neben dem Stadtschild auf dem Hof waren Almas Bild und die Künstlerin selbst am Donnerstagabend die am meisten fotografierten Motive im und vor dem Haus Katz, wo sich eine ungewohnte Kulisse bot. Denn wegen der beiden NRW-Minister, die zum Festakt kamen, gab es sogar einen „kleinen“ Polizeischutz vor dem Gebäude. Ein Bezirksbeamter reichte im friedlichen Jüchen aber für den Einsatz aus.

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