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Drei Halter wurden 2018 in Jüchen wegen ihrer bissigen Hunde angezeigt.

Hinweise für Hundehalter in Jüchen : Die Stadt will vor bissigen Hunden schützen

Von 2288 Hunden in Jüchen gelten 18 als mehr oder weniger gefährlich. Drei Hunde hatten 2018 zugebissen. Sie dürfen jetzt nur noch mit Maulkörben ausgeführt werden. Die Stadt kann auch Bußgelder für Hundehalter verfügen.

Hunde sind für manch einen „der beste Freund des Menschen“ und ein treuer Begleiter. Für wieder andere sind die Vierbeiner ein Ärgernis, das „Tretminen“ hinterlässt, die Ruhe stört und möglicherweise sogar bissig ist. Damit sich nicht nur Herrchen und Hund bestens verstehen, sondern die Hundehaltung generell für die Bürger in Jüchen sozialverträglich abläuft, hat die Stadt ein Regelwerk veröffentlicht. Diese „Informationen für Hundehalter“, die auch auf der städtischen Homepage nachzulesen sind, regeln vor allem auch den Umgang mit sogenannten Kampfhunden und dienen damit dem Schutz der Bevölkerung.

Generell müssen natürlich alle Hunde, schon wegen der Steuerpflicht, bei der Stadt Jüchen angemeldet werden. Von den aktuell 2288 angemeldeten Hunde sind acht als gefährliche Hunde (nach Paragraph 3 des Landeshundegesetzes) klassifiziert, wie Stadtsprecher Norbert Wolf auf Redaktionsnachfrage berichtet.

Zehn Vierbeiner werden als „Hunde bestimmter Rassen“ geführt. Für deren Haltung wird ein erweiterter Sachkundenachweis und eine Tierhaftpflichtversicherung verlangt. Die muss eine Deckungssumme haben, die auch für die 1526 großen Hunde gilt, die in Jüchen registriert sind, wie Wolf weiter bilanziert. Außerdem müssen die Halter für gefährliche Hunde und die Hunde bestimmter Rassen ein Führungszeugnis und eine Erlaubnis des Ordnungsamtes vorweisen. Und diese Hunde müssen einen Mikrochip tragen. In Ausnahmefällen ist es laut Stadtsprecher auch möglich, dass ebenfalls die Zuverlässigkeit eines Halters eines großen Hundes überprüft werden muss, wenn wiederholte und schwerwiegende Verstöße gegen das Landeshundegesetz vorliegen, oder wenn schwerwiegende Hinweise die Zuverlässigkeit in Frage stellen. Solche Fälle hat es aber laut Wolf in Jüchen bislang noch nicht gegeben. In den meisten Fällen handele es sich um Verstöße gegen die Anleinpflicht oder das Stören der Ruhe durch anhaltendes Hundegebell.

„In der Regel reicht ein erstes Schreiben, um den Halter auf die bestehenden Rechtsnormen hinzuweisen und ein bei weiteren Verstößen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren anzukündigen. In seltenen Fällen ist tatsächlich ein Ordnungswidrigkeitenverfahren notwendig, das die Festsetzung eines Verwarnungsgeldes oder sogar einer Geldbuße nach sich zieht“, sagt Wolf.

Und Verunreinigungen durch Hunde könnten nach hiesiger Ordnungsbehördlicher Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden. Doch der Stadtsprecher verdeutlicht: „Dies setzt jedoch voraus, dass die Ordnungswidrigkeit in flagranti festgestellt wird und bei der örtlichen Ordnungsbehörde angezeigt wird.“ Bei sogenannten Beißvorfällen werde in der Regel ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und eine sichernde Anordnung erlassen. Der Halter dürfe den Hund dann nur noch an einer Leine und mit einem Maulkorb ausführen. Im vergangenen Jahr habe es drei Fälle gegeben.

Und um die „Tretminen“ im Stadtgebiet zu minimieren, sind mittlerweile 19 Hundekotbeutelspender aufgestellt worden. Weitere seien für die kommenden Jahre geplant. „Bei den Aufstellorten werden auch Vorschläge von Seiten der Bürger berücksichtigt. Wir betrachten die Einführung als Erfolg. Die Beutel werden gut genutzt, die Spender sind schnell leer“, berichtet Wolf. Und schließlich sind die Vierbeiner auch eine Einnahmequelle für die Stadt. Im vergangenen Jahr wurden 173.854,76 Euro an Hundesteuern eingenommen.