Festakt der Stadt Jüchen mit zwei Landersministern

Festakt im Haus Katz: Zwei Minister gratulieren der neuen Stadt Jüchen

Zu einem offiziellen Festakt für die neue Stadt Jüchen kamen knapp 80 geladene Gäste am Donnerstagabend. Darunter waren zwei NRW-Minister und eine Regierungspräsidentin. Sie trugen sich in das erste Goldene Buch der Stadt ein.

In das völlig unberührte, erste Gästebuch der Stadt Jüchen trugen sich am Donnerstagabend nach dem Festakt im Haus Katz gleich zwei Minister und eine Regierungspräsidentin ein. Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, die auch die Festrede hielt, hatte den Vortritt bei den Einträgen ins Goldene Buch. Sie hatte schließlich Bürgermeister Harald Zillikens die frohe Botschaft überbracht, dass die Gemeinde Jüchen zur Stadt aufsteigen darf. Zum Festakt im Beisein von knapp 80 geladenen Gästen sprachen auch NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper und die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher.

Bürgermeister Harald Zillikens präsentierte das großformatige Bild der Künstlerin Meral Alma mit dem Titel „Zirkus des Lebens“. Es zeigt in der Mitte eine Ballerina, die als Zeichen eines Neuanfangs auf die Bühne des Lebens tritt. „Ein Leben, das in kräftigen Farben in seinen unterschiedlichsten Facetten dargestellt ist, und das sich immer wieder wandelt und verändert. Wie ich finde, nicht nur vom Titel her symbolisch für die Entwicklung unserer Stadt“, sagte Zillikens. Die Symbolik des Bildes stehe auch für die Veränderungen der Landschaft im Jüchener Stadtgebiet durch den Braunkohletagebau. „Seit mehr als sechs Jahrzehnten prägt und verändert uns der Braunkohlentagebau, der derzeit noch 25 Quadratkilometer des Stadtgebietes in Anspruch nimmt, und für den mehr als 4000 Bürger unserer Stadt umgesiedelt wurden, um die Stromversorgung für die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik zu sichern. Nach mehr als einem halben Jahrhundert Tagebau haben wir einen Anspruch auf vollständige Rekultivierung unserer Flächen, und wir erwarten eine aktive und nachhaltige Unterstützung von Bund und Land bei der Bewältigung der vor uns liegenden Aufgaben, die durch den politisch gewollten früheren Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bereits heute von uns intensiv angegangen werden müssen“, bekräftigte der Bürgermeister, der aber auch ankündigte: „Wir wollen unsere Stadt auch künftig bunt, lebensfroh und lebenswert erhalten.“

Lutz Lienenkämper gratulierte Jüchen zu dem Entschluss, als Stadt freiwillig Verantwortung zu übernehmen. Für Jüchen habe eine spannende Reise begonnen, mit Aufgaben übernommen, für die bisher der Rhein-Kreis Neuss zuständig war“. Diese neuen Aufgaben könnten gleichzeitig eine große Chance für die Region darstellen, meint der Finanzminister.

Die Düsseldorfer Regierungspräsidentin gab zu, dass Jüchens Stadtwerdung auch für sie in ihrer Amtszeit eine Premiere sei. Radermacher rechnete vor: Im 21. Jahrhundert seien 48 Gemeinden zur Stadt geworden, davon sechs in NRW. Die letzte Stadtwerdung vor Jüchen habe es im Jahr 1995 mit Hammikeln gegeben.

Mit einer besonderen Zahl wartete auch die Heimatministerin auf: Da Jüchen trotz römischer und fränkischer Funde faktisch zum ersten Mal im Jahr 1274 urkundlich erwähnt worden sei, habe Jüchen bis zum 1. Januar 2019 geschlagene 745 Jahre darauf gewartet, Stadt zu werden. In ihrer launigen Festrede zielte Ina Scharrenbach auch auf den anwesenden Landesfinanzminister ab. Sie bedauerte, dass Lienenkämper „nicht ein bisschen Geld für Jüchen mitgebracht hatte“. Sielobte den gemeinsamen Prozess der Stadtwerdung und versprach die Unterstützung des Landes im anstehenden Strukturwandel.

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