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Königsgewänder für die Hückeswagener Sternsinger

Aktion in Hückeswagen : Königsgewänder für die Sternsinger

Im Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt erhalten die Sternsinger an drei Terminen ihre Gewänder und werden dabei auch über alle wichtigen Hygieneregeln in der Corona-Pandemie aufgeklärt.

Ihre glänzenden Samtumhänge dürfen sich Merle und Lotta selbst aussuchen. Auch einen goldenen Stern und ihre Kronen erhalten die neunjährigen Mädchen im Gemeindehaus der katholischen Kirche. Sie zählen zu den ersten Sternsinger-Kindern am Dienstagnachmittag, die zur Gewandausgabe kommen. Gemeindereferentin Jutta Grobe bietet dazu noch zwei weitere Termine an – heute, Donnerstag, 10. Dezember, und kommenden Mittwoch 16. Dezember –, um für jede Gruppe und deren Begleiter ausreichend Zeit zu haben. Denn wegen der Corona-Situation sind diesmal besondere Regeln zu beachten. „Es ist wichtig, dass ihr Abstand haltet, beim Singen eine Maske tragt und nicht in die Häuser geht“, erklärt sie den Kindern.

„Sternsingen – aber sicher!“ lautet das doppeldeutige und absolut passende Motto der kommenden Sternsingeraktion. Zwischen dem 3. und 10. Januar 2021 werden die kleinen und großen Könige der Pfarreiengemeinschaft in Kleingruppen im Stadtgebiet unterwegs sein und Spendengelder sammeln. „Vielleicht kommen diesmal auch nur zwei anstatt drei Könige mit ihren Begleitern an die Tür, dafür müssen die Menschen in Corona-Zeiten Verständnis haben“, sagt Jutta Grobe.

Wie viele Kinder und Eltern sich letztendlich bereit erklären werden mitzumachen, kann die Gemeindereferentin noch nicht abschätzen. „Es gibt ein paar Absagen, wofür ich aber Verständnis habe“, sagt sie. Doch auch neue Teilnehmer, darunter viele Kommunionkinder, haben sich zur Gewandausgabe angemeldet, so wie Matteo (8) und seine Mutter Karoline Gawinski.

Sorgen wegen der Ansteckungsgefahr an den Haustüren hat die Lehrerin nicht. „Die Kinder machen das wirklich gut und kriegen das hin“, ist sie überzeugt. Gutes zu tun, ist der Familie wichtig: „Wir haben auch schon Pakete für ein Waisenhaus in Polen gepackt“, berichtet Karoline Gawinski. Miriam Müller und Linda Vesper, die ebenfalls mit ihren Kindern die benötigen Utensilien für das Sternsingen im Empfang nehmen, sehen das ähnlich. „Gerade in der jetzigen Zeit ist das eine gute Sache, wenn man den Kindern schon früh ins Bewusstsein bringt, dass es anderen Kindern schlechter geht und das man teilen sollte“, sind sich beide Mütter einig.

Ihren Besuch werden die Sternsinger mit einem Zettel samt Datum und Zeitfenster ankündigen. Auch eine vorherige Anmeldung ist möglich, um sicher sein zu können, dass die Sternsinger auch an die eigene Haustüre kommen. Wer den Kindern jedoch Süßes mit auf den Weg geben möchte, sollte nur auf verpackte Ware zurückgreifen. „Was nicht eingepackt ist, dürft ihr nicht annehmen“, gibt Jutta Grobe den Kindern einen besonders wichtigen Rat mit auf den Weg. Die Spendendose tragen die Kinder diesmal auch nicht um den Hals – sie wird von den Erwachsenen gereicht. „Es gibt auch einen Spendenkescher zum Selberbasteln, aber ich habe etwas Sorge, dass der bei Kälte, Schnee oder Regen auf dem Weg irgendwann in den Matsch fällt“, befürchtet Jutta Grobe, die selbst schon oft die Sternsinger auf ihrem Weg begleitet hat. Merle und Lotta lassen ihre Königsgewänder auf dem Weg zum Auto gleich an. Immerhin hat man nicht alle Tage die Gelegenheit, ein König zu sein. „Das Sternsingen macht Spaß, und die Leute sind auch nett“, sagen die Mädchen, die schon im vorigen Jahr als Sternsinger von Haus zu Haus gezogen sind, um Geld für Kinder in der Welt zu sammeln, denen es nicht so gut geht.

Bis zum Aussendungsgottesdienst am Sonntag, 3. Januar, in der katholischen Pfarrkirche von St. Mariä Himmelfahrt an der Weierbachstraße haben sie jetzt noch Zeit, zu Hause die Sprüche und Lieder zu üben, die sie den Menschen vortragen möchten, wenn sie den Segen der Kirche überbringen.