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Hückeswagen: 22-Jährige will Musik zum Beruf machen

Hückeswagener Musikschule : 22-Jährige will Musik zum Beruf machen

Die Hückeswagener Gesangsschülerin Lorena Manz hat die Aufnahmeprüfung für ein Musikstudium an der Universität Wuppertal bestanden. Mit viel Arbeit, Fleiß und Unterstützung der Musikschule hatte sie sich auf den Eignungstest vorbereitet.

Die Aufnahmeprüfungen der Musikhochschulen sind ein harter Wettbewerb, für den eine musikalische Begabung allein nicht ausreichend ist. Eine Vielzahl von Interessenten kämpfen regelrecht um einige wenige Studienplätze. Der Hückeswagener Musikschülerin Lorena Manz ist dieser wichtige Schritt auf ihrem musikalischen Werdegang jetzt gelungen. Mit viel Arbeit, Fleiß und Unterstützung der Musikschule hatte sie sich auf den Eignungstest vorbereitet. Geprüft wurde in einem Haupt- und Nebenfach, in Gehörbildung und Musiktheorie. „Der theoretische Bereich ist dabei nicht zu gering einzuschätzen“, sagt Musikschulleiter Eckhard Richelshagen, der die Musikschülerin im geforderten Klavierspiel als Zweitfach unterrichtet.

Bereits bekannt auf den Bühnen der bergischen Region ist Lorena Manz aber hauptsächlich als Sängerin, Gitarristin und Songwriterin. Schlagzeilen machte sie, als sie sich 2016 – als bislang erste und einzige Schülerin der Musikschule Hückeswagen – beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ bis auf Bundesebene qualifizierte und dort den dritten Platz in der Sparte Pop-Gesang erreichte.

Schon früh sagte ihr Gesangslehrerin Katrin Schmitt großes musikalisches Talent und berufliche Zukunftschancen voraus.

Nach dem Abitur absolvierte die Hückeswagenerin jedoch zunächst eine Ausbildung als Marketing-Kauffrau bei der Firma A.S. Création in Gummersbach. Jetzt, nach der erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung, rückt eine Musikkarriere und der Wunsch, sich auch beruflich mit der Musik zu beschäftigen, ein Stück näher. Musikalische Erfolge hat sie bereits als Solokünstlerin und als Duo „Wandering Souls“ mit einem Mix aus Acoustic Pop, Country und Folk erzielen können. „Wir haben schon eine erste CD herausgebracht und arbeiten bereits an einer zweiten EP“, sagt die 22-Jährige, die alle Songs selber schreibt. Die Auftritte beschränken sich dabei nicht nur auf die heimischen Regionen. „Wir haben schon in Amsterdam, London und den USA gespielt“, fügt sie auf Nachfrage bescheiden hinzu. Mit dem Auftritt im Bluebird Café in Nashville, wo einige Größen der Musikszene wie Taylor Swift entdeckt wurden, habe sich schon ein erster Lebenstraum der Hückeswagenerin erfüllt. „Und niemand hat sich über unseren deutschen Akzent beschwert. Der scheint beim Singen zu verschwinden – das ist ein Phänomen“, fügt sie hinzu und lacht.

Bereits mit zwölf Jahren hat Lorena Manz mit dem Gitarrenspiel begonnen und schon von Kindheit an gerne gesungen. Mittlerweile hat die Künstlerin viel an Selbstsicherheit und Bühnenpräsenz gewonnen.

„Lorena ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Musikschule den musikalischen Werdegang und die Entwicklung über die Jahre hinweg begleitet hat“, sagt Eckhard Richelshagen nicht ohne Stolz. Lorena habe durch den Unterricht viel Basiswissen erhalten und Substanz aufbauen können. „Das Studium wird Lorenas Horizont erweitern, um sich weiterentwickeln zu können“, ist Katrin Schmitt überzeugt. Das kaufmännische Wissen aus der vorherigen Ausbildung sei ein großer Vorteil, um sich später als Berufsmusikerin besser vermarkten und strukturieren zu können. „Das wichtigste ist aber ihre Liebe und Leidenschaft zur Musik“, betont die Gesangslehrerin.

Ende Oktober beginnt das dreijährige Bachelor-Studium in Wuppertal. „Ich überlege auch, ein Auslandssemester an der Partner-Universität in Cincinnati zu machen, das ist nur 300 Meilen von Nashville entfernt“, sagt sie. Und so feilt die baldige Studentin, die derzeit in Much wohnt, weiter an ihrer Zukunft. Das Studium sei dabei ihre Versicherung, später auch beruflich etwas mit Musik machen zu können.

Vielleicht gelingt Lorena Manz aber auch der ganz große Durchbruch als Sängerin und Liedermacherin. Die Weichen dafür sind bereits gestellt.