Erste Stolpersteine in Hückeswagen für drei ermordete Kommunisten

„Stolpersteine“ in Hückeswagen : Steinerne Erinnerungen an drei Nazi-Opfer

Die ersten drei „Stolpersteine“ in Hückeswagener, die vor drei Jahren verlegt wurden, erinnern an drei Kommunisten. Sie waren am 13. März 1932 von Nationalsozialisten erschossen worden.

Zwischen den ersten beiden Morden liegen 45 Minuten, weitere eineinhalb Stunden später gibt es das dritte Opfer. Am 13. März 1932, 11 Uhr, wird Bruno Blumberg erschossen, um 11.45 Uhr Friedrich Wilhelm Mondré, um 13.15 Uhr stirbt Johann Fries. Alle drei Hückeswagener waren Mitglied der Kommunistischen Partei und wurden am Tag der Reichspräsidenten-Wahl bei einem Scharmützel von Mitgliedern der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA) an der Peterstraße getötet. Um ihrer zu gedenken, setzte der Künstler Gunter Demnig am 22. November 2016 an der Peterstraße die ersten drei Hückeswagener „Stolpersteine“.

Die Ereignisse von damals hat die Bergische Volkszeitung, die Vorgängerzeitung der Bergischen Morgenpost, seinerzeit ausführlich beschrieben. „Die Bevölkerung geriet in furchtbare Aufregung. Die Stadt ist in Aufruhr. Von der Polizei wurden Nationalsozialisten, darunter drei aus Lennep, verhaftet“, schildert das Blatt die Zustände nach den Morden. Der mutmaßliche Täter sei verfolgt worden, der sich dann im Haus des Dachdeckermeisters Marx an der Peterstraße versteckt habe. Als man dort versuchte, den vermeintlichen Todesschützen herauszuholen, habe Marx „durch das Guckloch in der Haustüre mehrere Schüsse aus einem Armeerevolver auf die Verfolger“ abgegeben, berichtet die Volkszeitung. Dabei sei Friedrich Wilhelm Mondré durch einen Kopfschuss sofort getötet worden, Johann Fries erlag – ebenfalls nach einem Kopfschuss – später im Johannesstift seinen Verletzungen.

Der mutmaßliche erste Täter sowie Marx wurden verhaftet und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt – diese wurden aber nach dem 30. Januar 1933, dem Tag der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, sofort annulliert. Die drei Ermordeten waren am 18. März 1932 beerdigt worden – damals unter großer Anteilnahme von mehr als 15.000 Hückeswagenern.

Die „Stolpersteine“ sind der Initiative von Iris Kausemann zu verdanken. Die Vorsitzende der beiden hiesigen Geschichtsvereine BZG und BGV hatte Anfang 2016 bei der Verwaltung vorgesprochen, ob sie sich so etwas vorstellen könnte. Sie konnte. Kausemann nahm daher Kontakt zu Demnig auf, und schnell war auch klar, an wen die ersten „Stolpersteine“ erinnern sollten. Und als sie verlegt worden waren, stand auch bereits der Name für den nächsten Hückeswagener „Stolperstein“ fest: Otto Fröhlich.

(büba)