Hückeswagen: Panagiota Petridou spricht über ihre Comedy-Lesung, Handball und das Bergische.

Interview mit Panagiota Petridou : „Ich bin einfach immer ich“

Panagiota Petridou tritt am Samstag im Kultur-Haus Zach auf. Die „Solingen Botschafterin“ spricht über ihre Comedy-Lesung, Handball und das Bergische.

Frau Petridou, sind die Winterreifen für die Fahrt ins Oberbergische schon aufgezogen?

Petridou Ist der Papst katholisch? Ich lebe die Devise von O bis O – also von Oktober bis Ostern fahre ich voll auf Winterreifen.

Waren Sie schon einmal in Hückeswagen?

Petridou Selbstverständlich, ich habe 22 Jahre Handball gespielt. Gegen Hückeswagen zu spielen, war immer ziemlich hart. Die waren nicht zimperlich im Zweikampf. Das waren immer schöne Duelle, an die ich mich als Solingerin gerne erinnere.

Was versteckt sich hinter dem Titel Ihrer Lesung „Das Scheiße-Gold-Prinzip“?

Petridou Ich habe mein Buch autobiografisch geschrieben und einige Tage auf dem Titel rumgekaut, bis ich mir überlegt habe: Welche Überschrift würdest Du Deinem Leben geben? Und ich habe daran gedacht, dass ich aus jeder Misslage, aus jeder vermeintlichen Niederlage oder Ungerechtigkeit immer das Beste gemacht und alle Hindernisse so aufgeklärt habe, dass sie Gold wert wurden.

Wann haben Sie sich dazu entschieden, über Ihr Leben zu schreiben?

Petridou Vor zwei Jahren haben wir damit angefangen. Allerdings ist es eher zufällig dazu gekommen, als dass wir es wirklich entschieden hatten. Wir wollten eigentlich ein Buch über den Verkauf und das Geheimnis meines Erfolges machen, bis ich merkte, dass das Geheimnis meines Erfolgs meine Einstellung zum Leben und was ich aus diesem gemacht habe ist.

Wie viel Griechenland steckt in Ihnen?

Petridou 100 Prozent! Ich lebe so unendlich viele griechische Eigenschaften: Ich bin sehr familiär. Ich esse selten alleine, teile alles, was ich habe. Bei mir gibt’s keine getrennten Rechnungen am Tisch – entweder wird gezahlt oder ich übernehme. Aber dieses „Ich-hatte-einen-Kaffee-du-den-Kuchen“, das wird es bei mir nicht geben. Mein Gast ist König! Ich esse auch gerne um 1 Uhr nachts noch mal ein Hauptgericht, nehme es mit der Zeit nicht so eng und habe mehr Haare als ein Grizzlybär. Mindestens einmal im Jahr bin ich auch in Hellas. Denn ich bekomme oft Heimweh.

Und wie viel von Solingen haben Sie noch in sich?

Petridou Definitiv auch etwas von meiner großen Klappe. Die musst Du im Bergischen schon haben. Wir sind ein ehrliches Völkchen und tragen das Herz auf der Zunge, und ich halte uns Solinger auch für wirklich zupackende Menschen.

Sind Sie eher auf der Bühne oder im Fernsehstudio zu Hause?

Petridou Sowohl als auch. Da ich auf der Bühne bin wie zu Hause und im Fernsehen so wie im wahren Leben auch, gilt: Ich bin einfach immer ich. Ich war schon immer richtig mies in diesem „Gute-Miene-zum-bösen-Spiel“-Ding. Bei mir liest jeder die Wahrheit in meinem Gesicht.

Vermissen Sie manchmal den Handball-Platz?

Petridou Ja, absolut. Vor allem im ersten Jahr. Ich bekam immer Herzrasen am Sonntag und einen unmöglichen Adrenalinausstoß – weil es mein Körper ja gewohnt war, sonntags zum Spiel zu fahren. Die Mädels vermisse ich auch sehr. Dieser Teamgeist, das Miteinanderkämpfen und der Zusammenhalt in einem Team fehlen mir bis heute. Obwohl ich noch immer Sport mache, ist Mannschaftsport einfach der beste Sport, den man sich aussuchen kann.

Gibt es eine Ähnlichkeit zwischen dem Sport und der Moderation?

Petridou Eine gewisse Fitness brauchst Du zum Moderieren schon. Auch die Ernährung ist ähnlich. Vor einem Job schaue ich schon, dass ich gesunde Sachen esse, die nicht zu schwer im Magen liegen, damit man bei der Arbeit wie beim Sport nicht in ein Suppenkoma fällt. Ich ernähre mich aber schon immer sehr gesund.

Und was ist einfacher – ein Auto zu verkaufen oder ein Buch?

Petridou Ich denke, ein Auto. Das brauchen die Menschen, um ihren Alltag zu bewältigen. Lesen sollten aber auch viele Menschen. Ich liebe es zu lesen und freue mich immer auf ein neues Buch. In unserem digitalen Zeitalter gibt es leider immer weniger Menschen, die tatsächlich lesen. Wobei die Menschen, die mein Buch noch nicht haben, nicht wissen, was für ein wahrer Schatz auf sie wartet. . .

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