Am 15. Juni wieder „Kulturräume“ in der Hückeswagener Altstadt

Offene Wohnhäuser : Wieder „Kultur(t)räume“ in der Altstadt

Für vier Stunden öffnen einige Anwohner der Marktstraße am Samstag, 15. Juni, ihre Wohnzimmer, Küchen oder Gärten. Bei den 4. „Kulturräumen“ erleben die besucher ein großes Angebot aus vielen Bereichen der Kultur.

Im Berufsalltag hat es Andreas Türpe nicht selten mit Gesetzesbrechern zu tun, schließlich ist er der Direktor des Wipperfürther Amtsgerichts. Doch am Samstag liegt das Hauptaugenmerk des Richters auf Feinsinnigem und Abstraktem: Türpe gehört zu den (Hobby-)Künstlern, die bei der Veranstaltung „Kulturräume – Offene Häuser in der Marktstraße“ von 14 bis 18 Uhr ihre Werke ausstellen. Er präsentiert dann im Haus Marktberg 1 unter dem Motto „Andere Häuser“ Fotokunst mit abstrakter und aus ungewohnter Perspektive aufgenommer Architektur-Fotografie.

Anders ist das bei Irmgard Hannoschöck: Im Hauptberuf ist die Hückeswagenerin Fachkraft für Suchtvorbeugung beim Diakonischen Werk, in ihrer Freizeit schreibt sie (bergische) Krimis. Aufgrund dieses Hobbys liest sie im Haus Marktstraße 26 aus Texten von Edgar Allen Poe vor (14, 16, 17 Uhr). Außerdem zeigt sie in der Nummer 33 abstrakte Arbeiten, denn Künstlerin ist Irmgard Hannoschöck auch.

So vielfältig die Teilnehmer der „Kulturräume“ sind, so vielfältig ist auch das Programm. Britta Bognanni und Birgit Mostert, selbst Anwohnerinnen der Marktstraße, haben wieder einen Großteil der Organisation gestemmt und dafür gesorgt, dass das Programm von Jazz auf kleinstem Raum bis zum Papiertheater und Poetry-Slam im Heimatmuseum, von Tanz im Friseur-Salon und Kunstausstellungen in Wohnzimmern bis hin zur Lesung im Schloss sowie Clownerie auf der Straße reicht. An der Organisation beteiligt sind zudem der Stadtkulturverband und das Stadtmarketing.
MUSIK Den größten Part nimmt die Musik ein. Die Hückeswagener Band „No. 4 Mill Street“ präsentiert in der Pauluskirche klangvolle Folk-Musik aus Irland und Schottland (14, 16, 17.30 Uhr). Im „Alten Markt“, Marktstraße 3, spielen Michael Borner (Gitarre), Kati Majorek (Gitarre/Gesang) und Jenny Schmitz (Percussion/Schlagzeug) feinsten Jazz und Songs (14, 15.30, 17.30 Uhr). Wer schon immer mal Mantren aus dem Kundalini Yoga kennenlernen wollte, ist zum gemeinschaftlichen Mantrasingen im Haus Marktstraße 25 willkommen (14.30, 15.30, 17.30 Uhr). Michael Loh und Heinz Pohl, „Die Küttel vom Morgenstern“, singen im Haus Nr. 27 Krätzchen über Hückeswagen und seine Menschen (15, 16.30 Uhr). Afrikanisch geht’s dagegen im Haus Marktstraße 43 zu, wenn Sillah Malik rhythmische Klänge auf seinen Trommeln bietet (14.30, 15.30, 17 Uhr). Ein Höhepunkt für Klassik-Fans sind die drei Kurzkonzert von Nicolas Cousineau. Der Künstler aus Montreal/Kanada, den Britta Bognanni extra eingeladen hat, spielt im Haus Nr. 17 auf seinem Violoncello unter anderem eine Cellosuite von Bach, eine Suite für Violoncello solo von Cassadó und die 1. Suite für Violoncello Allein op. 131c Nr. 1 von Reger (14.30, 16 und 17 Uhr).
TANZ Im Friseur-Salon „Milan“, Marktstraße 14, wird’s bei den „Kulturräumen“ jung und modern: Tanzlehrer Waldemar Bartel und seine Formation unterhalten die Gäste mit Hip-Hop und Breakdance (15, 16.30 Uhr).
LESUNGEN Neben der Krimilesung von Irmgard Hannoschöck gibt es auch eine spezielle Lesung für Kinder: Im Haupteingang des Schlosses liest Charlotte Kroker aus ihrem Kinderbuch vor und nimmt die kleinen Zuhörer mit auf eine Reise durch das Jahr (14, 15, 16.30 Uhr).
PAPIERTHEATER Im Heimatmuseum wird Peter Schauerte-Lüke wieder sein Papiertheater aufbauen. Das Stück „Die Zahnfee“ (14.30, 15.30 Uhr) ist für Kinder und erwachsene gleichermaßen geeignet.
POETRY-SLAM Nach dem Papiertheater folgt um 17 Uhr ein Poetry-Slam im Heimatmuseum, bei dem selbst verfasste Gedichte in einer bestimmten Zeit vorgetragen werden. Moderiert wird der Wettbewerb von Jana Goller.
AUSSTELLUNGEN Anne-Rose Paskamp zeigt kleine florale Aquarelle und Acrylbilder mit abstrakter, figurativer Malerei im Haus Marktstraße 17, der Voßhagener Künstler Bernhard Guski stellt in der Pauluskirche Aqurelle und Plastiken aus, und Goldschmied Marcel Rehn von der Islandstraße präsentiert im Haus Nr. 23 seine filigranen Arbeiten.

 Die „Kulturräume“ werden wieder fienanziell durch die Sparkasse unterstützt. „So haben wir auch bei der vierten Auflage die Möglichkeit, den Besuchern eine breite Mischung verschiedener Kulturgenres zu bieten“, sagt Stefan Noppenberger, Vorsitzender des Stadtkulturverbands. Für Monika Winter, Geschäftsführerin des Stadtmarketing, war klar, wieder als Partner zur Seite stehen: „Genau diese Ideen und Aktionen machen den Charme unserer bergischen Heimatstadt aus und locken viele Besucher aus Nah und Fern in die Schloss-Stadt.“