Grevenbroich: Schüler erkunden jüdischen Friedhof

Grevenbroich : Schüler erkunden jüdischen Friedhof

Diedrich-Uhlhorn-Realschule bereitet sich auf eine Reise nach Polen vor.

"Ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft", wusste Ex-Bundespräsident Roman Herzog. Und getreu seiner Worte beuchten anlässlich des Gedenktages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 73 Jahren Realschüler der Jahrgangsstufe 9 den alten jüdischen Friedhof an der Zehntstraße.

"Im Geschichtsunterricht haben wir viele Hintergründe besprochen", erzählte Lana Wagner hinsichtlich der Vorbereitung. "Aber es geht ja nicht nur darum, etwas aus Büchern und Dokumentationsfilmen zu lernen", ergänzte Mitschüler Lukas Kaufmann (beide 14), "damit so etwas nicht noch mal passiert, muss man sich gut informieren". Das "Gedenken an die Menschen, die damals einfach so getötet wurden, obwohl sie gar nichts getan hatten, ist wichtig. Nein: Das Wichtigste überhaupt", ergänzt Agnesa Sauani (16). Das gelingt nicht allein durch die Vermittlung von Fakten, sondern man muss "Empathie wecken", wie Ulrich Herlitz vom Geschichtsverein weiß. Exemplarisch wurde die Ermordung der Juden am Beispiel einer Grevenbroicher Familie erzählt. "Die Schüler zu involvieren bedeutet, dass Geschichte eine andere Dimension bekommt", sagt Herlitz. Aus der Riesengruppe heraus bekommen Ermordete wieder Namen, eine Identität und Persönlichkeit sowie eigener Lebenslinie. "Der einzige Weg, Interesse zu wecken, wenn es nicht Zeitzeugen sind, die direkt befragt werden können."

"Es ist der Auftakt zu mehreren Aktionen", sagt Lehrer Sebastian Potschka über den Friedhofsbesuch. Gemeinsam werden die Realschüler die Stolpersteine säubern, in den Osterferien fahren Agnesa, Lara, Lukas und weitere Schüler zusammen mit Potschka und Herlitz zur Gedenkstätte Auschwitz. "Eine wichtige Reise", wie die drei übereinstimmend sagen.

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