Grevenbroich: Schlossbad: Bund der Steuerzahler hakt bei Stadt nach

Grevenbroich : Schlossbad: Bund der Steuerzahler hakt bei Stadt nach

Die Finanzierung des Schlossbad-Neubaus hat Interesse beim Bund der Steuerzahler geweckt. "Wir haben bei der Stadt eine offizielle Anfrage gestellt", sagt Andrea Defeld, Sprecherin beim Steuerzahlerbund in NRW.

Diese Anfrage liegt der NGZ vor. Sie umfasst zehn Punkte. "Uns geht es darum, vor den abschließenden Beratungen des Stadtrates Einblick in die Planung zu bekommen. So lassen sich unnötige Kosten für den Steuerzahler möglicherweise verhindern", begründet Defeld die schriftliche Anfrage.

Bisher sind offizielle Stellungnahmen zum Schlossbad die absolute Ausnahme. "Das ist aus Sicht der Bürger natürlich ärgerlich, lässt sich aber aus Sicht der Stadt nachvollziehbar begründen: Wenn Informationen zu Großprojekten frühzeitig bekannt werden, werden auch gute Ansätze zerredet", sagt Defeld. Die bisher öffentlich gewordenen Informationen bewertet der Steuerzahlerbund dennoch als nicht befriedigend. Insbesondere der derzeit beim Landrat vorliegende Entwurf beschäftigt den Bund.

Die Ratsfraktionen sind über den Entwurf nach eigenen Angaben nicht informiert worden. Wie hoch der wirtschaftliche Deckungsgrad des Neubaus sein soll, ist ebenfalls nicht bekannt. "Sollte die Stadt tatsächlich nur einen Neubau-Entwurf eingebracht haben, fehlt der Vergleich mit einem Sanierungskonzept", sagt Defeld.

Sollte eine Sanierung aus Kostengründen ausgeschlossen worden sein, will der Bund die Begründung wissen. Schließlich erlaube die derzeitige Haushaltslage der Stadt eigentlich kein Projekt in der Größenordnung des Schlossbad-Neubaus, so Defeld weiter. "Aber Grevenbroich ist fraglos eine Stadt, die allein auf Grund ihrer Einwohnerzahl ein Schwimmbad verdient. Allerdings lässt sich die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur auch in der interkommunalen Zusammenarbeit erreichen. Auch dazu gibt es eine Anfrage bei der Stadt."

Zuletzt hatte sich der Architekt des bestehenden Schlossbades, Karl-Heinz Reuter, zu Wort gemeldet und eine Sanierung des alten Gebäudes angeregt: "Das entkernte Bauwerk würde das Invest für ein modernisiertes Schlossbad gewiss erheblich mindern."

Stadtsprecher Andreas Sterken bestätigt auf Anfrage den Eingang des Fragenkatalogs. Wann die Antworten vorliegen, wollte er nicht abschätzen: "Die Fragen beginnen bei Adam und Eva. Bis wir alles beisammen haben — das dauert."

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE