Grevenbroich: Feuerwehrhaus soll 2014 stehen

Grevenbroich : Feuerwehrhaus soll 2014 stehen

SPD, FDP und Aktive Bürger machen Dampf: Das Feuerwehrhaus Neurath/Frimmersdorf mit Rettungswache soll früher gebaut werden als geplant. Sie fürchten, dass der Rettungswagen sonst in Rommerskirchen stationiert wird.

Frimmersdorf/Neurath Die Löschzüge Frimmersdorf und Neurath sollen ein gemeinsames Gerätehaus bekommen. Zugleich will der Rhein-Kreis Neuss dort einen Rettungswagen stationieren, mit dem die Versorgung im Grevenbroicher Süden und in Rommerskirchen verbessert wird. Eine zukunftsweisende Kooperation, die aber in Gefahr geraten könnte: Die Fraktionsvorsitzenden des Rommerskirchener Rates fordern jetzt eine eigene Rettungswache für die Gemeinde. "Das Vorhaben, einen Rettungswagen in Neurath/Frimmersdorf zu installieren, scheint wegen der finanziellen Probleme der Stadt Grevenbroich auf unbestimmte Zeit verschoben", begründete SPD-Fraktionschef Martin Mertens.

Ganz unbegründet ist die Sorge nicht: Noch im Sommer war der Baustart des Gerätehauses in Frimmersdorf für 2013 vorgesehen, doch angesichts der desolaten Haushaltslage wurde das Projekt verschoben. In der derzeitigen Finanzplanung sind 120 000 Euro Planungskosten erst für das Jahr 2014 etatisiert, 1,8 Millionen Euro Baukosten sind für 2015 eingeplant.

Die Chancen stehen aber gut, dass die Bagger doch früher rollen: SPD, FDP, und Aktive Bürger (ABG) machen Dampf, haben für den Finanzausschuss am Donnerstag Anträge gestellt. "Das Feuerwehrhaus mit Rettungswache muss bereits 2013/2014 gebaut werden — besonders vor dem Hintergrund, dass sonst die Kreisverwaltung einen anderen Standort in Betracht ziehen wird", begründet SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand. Der Kreis soll die Räume für die Rettungswache mieten. Auch Liberale und ABG fordern schnelles Handeln, die Mittel sollten für 2012 und 2013 eingeplant werden. Die Feuerwehreinheiten in Neurath und Frimmersdorf müssten "schnellstmöglich eine geeignete und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende Unterkunft" erhalten, erklärt die ABG. Die Unfallkasse hat in den beiden Gerätehäusern Sicherheitsmängel kritisiert.

Ein weiterer Grund: Die Stadt verhandelt zurzeit mit dem Pächter des Restaurants "Haus Neurath" über den Verkauf des Gebäudes, in dem auch die Neurather Feuerwehr untergebracht ist. Bliebe die länger dort, "erschwert das zusätzlich den Verkauf der Immobilie". "Der Pächter braucht eine Perspektive", sagt ABG-Ratsherr Willibert Müller. Eine mehrjährige Verzögerung sei nicht zumutbar. FDP-Fraktionschef Manfred Hermanns sieht ebenfalls "mit Blick auf die Situation der Wehr und den Verkauf von ,Haus Neurath' Handlungsbedarf."

Auch Bürgermeisterin Ursula Kwasny schwenkt auf den neuen Kurs ein, tritt für den zeitnahen Bau ein: "Es wäre schön, wenn das Haus 2014 stehen würde." Sie macht aber klar, dass "dafür andere Projekte zurückstehen" müssten. Darüber müsse der Rat entscheiden.

(NGZ/jre)
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