Grevenbroich: Riesen-Kran holt alten Steinsarg ab

Grevenbroich : Riesen-Kran holt alten Steinsarg ab

Der 2500 Jahre alte Sarkophag ist aus dem Stadtpark verschwunden. Mit einem großen Kran wurde das sechs Tonnen schwere Stück auf einen Spezialtransporter geladen, der ihn nach Süddeutschland brachte. Schon seit Jahren bemühte sich die Stadt, den schweren Brocken loszuwerden.

Es dauerte etwa vier Stunden, dann war die Aktion erledigt. Mit Hilfe eines großen Krans wurde der schwere Sarg auf die Ladefläche eines Spezialtransporters gehoben – und der beförderte ihn gut gesichert in Richtung Süddeutschland. Dort wartete bereits ein Sammler auf das tonnenschwere Kleinod aus dem alten Phönizien. Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack kann aufatmen: "Damit ist für uns eine lange Geschichte doch noch gut zu Ende gegangen."

Seit 1995 stand der fast 2500 Jahre alte Sarkophag an der Erft neben der Villa Erckens. Als das schmucke Haus eine völkerkundliche Sammlung beherbergte, passte der sechs Tonnen schwere Brocken noch ins Bild. "Doch mit dem Museum der niederrheinischen Seele, das wir am 4. März eröffnen, hat er gar nichts zu tun", sagt Pelzer-Florack. So steht bereits seit langer Zeit fest: Das Ding muss weg.

So einfach war das jedoch nicht: Denn die ehemalige Ruhestätte eines alten Phöniziers wurde der Stadt von einem Sammler zur Verfügung gestellt, der früher in Grevenbroich lebte, zwischenzeitlich aber fortgezogen war. "Wir haben ihn über mehrere Jahre aufgefordert, sein Eigentum wieder abholen zu lassen. Lange vergebens, doch kurz vor der Eröffnung des Museums hatten wir Erfolg", freut sich der Kulturamtsleiter.

Mitarbeiter eines Transportunternehmens demontierten jetzt das mannshohe Plexiglas-Gehäuse, das den Sarg bislang schützte. Anschließend wurde das schwere Gebilde mit Gurten gesichert, an den Haken eines gigantischen Colonia-Krans genommen und auf einer Spezialpalette gelagert. Eine zeitlang schwebte der steinerne Sarkophag in zehn Metern Höhe neben der Villa Erckens, dann wurde er vorsichtig auf einen Tieflader abgelassen. Die Kosten für diese Aktion trägt der Eigentümer, über die Höhe dieses Betrages macht die Stadt keine Angaben.

Dass der Sarg weg ist, freut auch Martina Flick, die Vorsitzende des Museumsfördervereins und des Kulturausschusses: "Damit erinnert nun nichts mehr an das alte Museum. Gut, dass der Sarkophag noch vor der Wiedereröffnung der Villa Erckens abtransportiert werden konnte." Ein Nebeneffekt, der von Flick ebenso begrüßt wird: "Das Plexiglas-Gehäuse wurde in den vergangenen Jahren immer wieder zerstört. Gut, dass dieser Schandfleck mit dem Sarg verschwunden ist."

(NGZ)
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