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Grevenbroich: Grüne wollen Studie für Naturschutz auf der Hochhalde

Königshovener Höhe in Grevenbroich : Grüne wollen Studie für Naturschutz auf der Halde

Die Kreis-Grünen wollen die Königshovener Höhe unter Naturschutz stellen. Sie greifen damit eine Forderung des ehemaligen städtischen Umweltbeauftragten Norbert Wolf auf und haben für die Kreistagssitzung am nächsten Mittwoch einen entsprechenden Antrag vorgelegt.

Darin wird die Kreisverwaltung aufgefordert, in Absprache mit Bezirksregierung, Land und Kommunen die Voraussetzungen für ein Naturschutzgebiet zu schaffen. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie soll ein integratives Umsetzungs-Konzept erarbeitet und bis zum nächsten Herbst vorgelegt werden.

Ziel dieser Studie müsse es sein, „den Ausbau Erneuerbarer Energien und den Erhalt von Arten zusammenzubringen – das ist technisch möglich“, sagt der grüne Umwelt-Experte Hans-Christian Markert, der in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Studie des Bundesumweltamtes verweist.

Unter Naturschützern gilt die Königshovener Höhe schon seit Jahren als ein einzigartiger Zufluchtsort für bedrohte Arten. Seltene Vögel wie die Grauammer, der Steinschmätzer oder der Wendehals haben auf der Abraumhalde ebenso eine Heimat gefunden wie die eigentlich ausgestorbene und dort brütende Sumpfohr-Eule. Auch Rohrweihen ziehen dort ihre Jungen auf, die in NRW als Brutvogel ausgestorbene Kornweihe überwintert am Stadtrand mit bis zu zehn Exemplaren. Hinzu kommen große Schmetterlings-Populationen in der Königshovener Mulde sowie temporäre Biotope mit guten Voraussetzungen für teils seltene Amphibien.

In der Summe Gründe genug, die es aus Sicht engagierter Naturschützer wie Norbert Wolf längst rechtfertigen würden, diesen Teil des Reviers unter Naturschutz zu stellen. Wenngleich Wolf auch beklagt, dass zahlreiche Vögel den auf der Halde stehenden Windräder schon zum Opfer fielen. 21 Rotoren drehen sich dort bereits, bis zu fünf weitere sollen folgen.

Die Kreistags-Grünen hoffen mit ihrem Begehren auch die anderen Fraktionen überzeugen zu können, sagt Fraktionschef Erhard Demmer. Der Antrag eröffne „das gleichberechtigte Zusammendenken von ökologisch Gebotenem und wirtschaftlich Notwendigem“.

(wilp)