Weeze: Perspektiven für das Gebäude der Gesamtschule

Leerstehendes Gebäude : Entscheidung zur Grundschule

Soll die Canisius-Grundschule umziehen oder dort lieber eine neue Schule entstehen?

Zuletzt hatte Weeze aufhorchen lassen. Die kleine Gemeinde ist in Nordrhein-Westfalen so etwas wie die Boom-Region. In keiner Kommune ist die Zahl der Einwohner in den vergangenen Jahren prozentual so angewachsen wie in Weeze. Und auch für die Zukunft erwarten die Experten weiteres Wachstum. „Familienfreundlich“ ist ein Stichwort, das als Erklärung für die Zugkraft von Weeze immer angeführt wird.

Umso ärgerlicher ist es, dass es in einer Kommune, die sich „Familienfreundlichkeit“ auf die Fahnen geschrieben hat, keine weiterführende Schule mehr gibt. Wie berichtet, hat der Weezer Standort der Gesamt­schule Kevelaer-Weeze geschlossen. Es gab schlicht und ergreifend zu wenig Anmeldungen.

Daraufhin hatten sich gleich zwei Initiativen gefunden, die das Gesamtschul-Gebäude wieder mit Leben füllen wollten. Die Freie Realschule an der Niers und die freie Schule Kokon, beides Privatschulen. Initiativen, die die bemerkenswerte Entwicklung in der Region fortsetzten, neue Schulformen auf Privatbasis zu gründen. Beide Initiativen stellten sich den Eltern in Weeze voll. Beide Infoveranstaltungen waren recht gut besucht. Das Interesse schien durchaus groß zu sein. Doch offenbar sind es zwei Paar Schuhe, sich über eine Schule zu informieren oder hier ganz konkret aktiv zu werden. Denn jetzt hat es den ersten Rückzieher gegeben. Wie berichtet, hat die Freie Realschule aufgegeben. Es gab viel Enthusiasmus, viele Ideen und Engagement, aber es fehlte dann an Mitstreitern und Finanzmitteln, um das ehrgeizige Projekt umzusetzen.

Abgeschreckt hat die Eltern wohl auch, dass es 6000 Euro kosten würde, allein das Konzept im Rat vorzustellen. Und dann hätte man noch nicht einmal die Gewissheit, dass der Rat auch den Zuschlag gibt.

Hinzu kommt vor allem eine entscheidende neue Entwicklung. Jetzt möchte auch die Petrus-Canisius-Grundschule in die frühere Gesamtschule. Das bisherige Gebäude an der Wasserstraße müsste saniert werden, schon jetzt muss die Über-Mittag-Betreuung im „Wellenbrecher“ stattfinden. Und die Gemeinde hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie dazu tendiert, eher der Grundschule den Zuschlag zu geben. Schließlich geht es hier um eine städtische Schule.

Die politische Diskussion steht noch aus. Sie wird so richtig in der Schulausschuss-Sitzung am 4. November beginnen.

Am kommenden Montag, den 4. November, will dann auch die CDU in ihrer Fraktionssitzung beraten. „Es geht hier um ein Thema von weitreichender Bedeutung für Weeze“, sagt der christdemokratische Fraktions-Vorsitzende Guido Gleißner. Noch habe sich seine Fraktion, die die Mehrheit im Rat stellt, nicht festgelegt. „Wir müssen wissen: Was sind die Rahmenparameter? Was kostet die Ertüchtigung der Grundschule, was kostet der Umzug? Diese Daten sind für unsere Entscheidung wichtig“, sagt Gleißner. Die CDU gehe ergebnisoffen in die Diskussion. Es wird also spannend bei der Schulfrage in Weeze.