Auch Verein Kokon möchte in Weeze eine Privatschule gründen

Schule in Weeze : Auch Kokon möchte in das Weezer Gesamtschul-Gebäude

Gleich zwei Initiativen wollen eine Privatschule gründen. Ein Verein aus Geldern möchte eine Grundschule und später eine Gesamtschule.

Es sind vier Säulen, die eine Privatschule tragen: Finanzierung, Lehrer, Konzept und Gebäude. Drei dieser Säulen hat eine Elterninitiative bereits stehen. Finanzierung und Konzept stehen, mögliche Lehrer stehen in Wartestellung. Was noch offen ist, ist der Faktor Gebäude. Und hier hat „Kokon“, wie sich der Förderverein nennt, das Gesamtschulgebäude in Weeze ins Auge gefasst. Der Tipp dazu kam von Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser. Mit dem hatte der Vorstand von Kokon nämlich Kontakt, weil zunächst überlegt worden war, in die Geschwister-Scholl-Schule in Geldern einzuziehen.

Kaiser machte die Eltern darauf aufmerksam, dass in Weeze die Gesamtschule schließt. Somit wäre ein Gebäude frei. Kokon nahm daraufhin Kontakt mit Weezes Bürgermeister Ulrich Francken auf und hat inzwischen Weeze ganz fest als Schulstandort in den Blick genommen.

Die Initialzündung, überhaupt die Gründung einer Privatschule in Angriff zu nehmen, sei nach einem Infoabend der Schule Facettenreich in Sevelen gekommen. „Das Konzept dort hat uns so begeistert, wir waren alle davon angetan“, berichtet Monja Spenrath. Vor allem der Ansatz, Kinder für das Lernen zu begeistern, habe sie von Anfang an nicht mehr losgelassen.

Da Facettenreich allerdings eine weiterführende Schule ist, kam die Idee auf, eine Grundschule mit einem ganz besonderen pädagogischen Konzept ins Leben zu rufen. „Für die Idee haben wir ganz viel Zuspruch und Unterstützung bekommen“, erläutert der Vorstand, dem wichtig ist zu betonen, dass sich die Konzepte von Facettenreich und Kokon zwar teilweise ähneln, dass Kokon aber kein „Baby-Facettenreich“ werden soll. Vielmehr ist geplant, neben der Grundschule auch eine Gesamtschule zu installieren. Dahinter steht der Ansatz, dass Kinder, die das besondere Konzept der Grundschule erfahren hätten, danach nicht auf eine Regelschule wechseln müssten, sondern auch auf der weiterführenden Schule nach dem Konzept unterrichtet werden.

Fernziel ist damit, dass Kinder in Weeze von der Grundschule bis zum Abitur an der besonderen Schule sind. Keine festen Pausen, jahrgangsübergreifender Unterricht, keine Fixierung auf Noten, das ist so etwas wie das Grundgerüst des Konzepts. Den Kokon-Verantwortlichen ist aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Abschlüsse an der Schule auf jeden Fall dem von Regelschulen entsprechen. „Wir sind weit und wollen 2020 starten“, stellt der Vorstand klar. Dass es eine andere Initiative gebe, die auch in die Gesamtschule Weeze wolle, das wisse man. Man habe auch Kontakt gehabt. „Aber uns wurde mitgeteilt, dass sich der Förderverein in Weeze dagegen ausgesprochen hat, mit uns zusammen zu arbeiten“, sagt Monja Spenrath. Wie berichtet, will die Gruppe aus Weeze eine Freie Realschule gründen.

Welche Gruppe den Zuschlag erhält oder ob beide Initiativen Platz in der Schule haben, ist offen. Die Gemeinde würde als Vermieter auftreten. Die Politik wird also die Entscheidung fällen, wie es mit dem Gebäude der Gesamtschule weitergeht.

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