Entwicklung am Campingplatz Wisseler See

Wissel : Ingenlaths erste Wissel-Saison geht zu Ende

Die Herbstferien sind fast vorbei, jetzt ist Zeit fürs Aufräumen und Pläne schmieden. Neuer Geschäftsführer ist zufrieden.

Im April hatte er nach kurzer Zeit der Einweisung durch Daniela Dellemann die Geschäftsführung des Freizeitparks Wissel übernommen. Jetzt blickt der 28-jährige Ludwig Ingenlath im RP-Gespräch auf seine erste Saison als Chef zurück. Mit Blick auf die Anlage, sein Team und die Einschätzung der Kundschaft sagt er: „Wir sind super-gut. Aber das müssen wir noch besser nach draußen transportieren.“ Entsprechend wird gerade der Internetauftritt samt Buchungsmöglichkeiten überarbeitet, die Gastronomie bekommt eine Auffrischung, und in Kürze gibt’s erstmals eine „Camper-Sitzung“, damit die Stammgäste sich einbezogen fühlen.

Wobei Ingenlath eines klar macht: „Es ist noch nicht entschieden, wie es mit dem Park langfristig weitergeht. Nach wie vor gibt es steuerliche Probleme, die einem raschen Verkauf im Wege stehen.“ Wie mehrfach berichtet, möchte die Stadt sich von dem Areal trennen, denn einen Freizeitpark zu betreiben ist für eine (kleine und nicht gerade finanzkräftige) Stadt sicher keine originäre Aufgabe. Der Interessent, mit dem geplant wird, übernimmt nur, wenn er mit einem wirtschaftlichen Erfolg rechnen kann. „Ich denke, dass wir im Laufe des nächsten Jahres mehr wissen“, meint Ingenlath. Bis dahin herrsche  aber kein Stillstand. Beirat und Aufsichtsrat hätten die Planung für 2020 bereits abgesegnet.

Es sind, der Finanzlage der Stadt  angemessen, die eher kleinen Investitionen, die anstehen. „Wir verkaufen einige Chalets, die aber auf der Anlage bleiben, und schaffen zwei neue an“, berichtet Ingenlath. Derzeit werden Hecken geschnitten und Wildwuchs entfernt, „jetzt können Instandhaltungsarbeiten vorgenommen werden, die schwierig sind, wenn zu viele Gäste da sind.“ Davon gibt’s nämlich reichlich: Zusätzlich zu den Dauergästen waren es  2019 bisher 45.000 Übernachtungen. Sehr sichtbar wird die Auffrischung des Restaurants „Campino“ sein. „Wir streichen alles neu, ersetzen die Stühle und verändern die Speisenkarte“, sagt der Geschäftsführer. Er möchte neben den Campern auch mehr Gäste von „draußen“ ansprechen. „Wir werden stärker auf Burger, Schnitzel und Salate abstellen, auch kleinere Gerichte, die schon für sechs, sieben Euro zu haben sein werden.“ Ein neues Logo ist in Vorbereitung: Die Gastronomie wirbt künftig mit „Campino am Wisseler See“.

Weil gerade der Nachwuchs ohne Internet schlecht klarkommt, wird überlegt, freies WLAN einzurichten. Auf Sicht sollen auch weitere Attraktionen in die Event-Halle einziehen, wie auch die Attraktivierung der Wasserfläche Thema ist. Der „Rodeo-Splash“ war im Sommer sehr gut angekommen und wird in der kommenden Saison wohl etwas erweitert. A propos Saison: „Geschlossen“ ist die Anlage praktisch nie: Selbst im Dezember campen einige Unverdrossene, die Chalets sind über die Feiertage gut gebucht, und im Restaurants gibt’s an jedem Sonntag im Dezember einen „Winterabend“. Von November bis Februar ist das Campino zumindest an den Wochenenden geöffnet, im März geht’s dann auch im Außenbereich wieder richtig los. „Ostern, die langen Wochenenden und auch die Sommerferien werden schon gut nachgefragt“, freut sich Ingenlath, der sich in Wissel inzwischen schon fast zu Hause fühlt.