Anita Kipper war Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde Kalkar.

Kalkar : Anita Kipper war sehr gerne Presbyterin

Mit 71 Jahren kandidiert sie nicht noch ein weiteres Mal.

(RP) Sie hat es gerne gemacht. Vier Jahre lang, eine Amtszeit, war Anita Kipper Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde Kalkar. Nun, mit 71 Jahren könnte sie noch einmal kandidieren, doch die Gesundheit lässt es nicht zu. Nach einer Operation am Rücken hat sie immer noch mit den Folgen zu kämpfen und fiel im vergangenen Jahr häufig aus. „Es braucht Menschen, die verlässlich sind, und das kann ich nicht garantieren.“ „Das Frau Kipper nicht mehr kandidiert, ist ein Verlust für uns“, findet Pfarrer Thomas Hagen. Nun suchen er und die Gemeinde nach Kandidatinnen und Kandidaten, um tatsächlich am 1. März 2020 wählen zu können. Dafür brauchen sie sieben Menschen.

Gerne erinnert sich Kipper an die Anfänge vor vier Jahren: „Wir waren richtig euphorisch, alles passte zusammen, wir waren freundschaftlich unterwegs, trafen uns auch privat“, erzählt sie. Sechs Plätze bietet das Kalkarer Presbyterium, um die Belange der Kirchengemeinde in der Regel monatlich zu diskutieren und zu entscheiden. Zu den größeren Projekten in ihrer Amtszeit zählt Kipper das Mitwirken an den Vorbereitungen des großen ökumenischen Festes an Pfingsten und des Reformationsfestes 2017. Eine große Freude waren auch der Umbau und die Wiedereröffnung des Jugendzentrums. „Das zeigt auch, es ist mit dem Besuch der monatlichen Sitzung und ein bis zwei Gottesdienstbesuchen nicht getan“, sagt Kipper. Als Presbyter/-in muss man sich engagieren wollen, das habe sie immer gerne getan. Nicht nur für die Kirche, sondern auch in der Kommunalpolitik war Kipper aktiv.

„Als Presbyter/in sollten Menschen teamfähig sein und tolerant anderen Meinungen gegenüber“, so die 71-Jährige. Keiner kann sich immer durchsetzen, um Entscheidungen wird manchmal gerungen, um sie dann als gemeinsamen Beschluss des Presbyteriums zu vertreten. In vier Jahren wird keiner ein kirchlicher Experte, so bleiben auch bei Kipper Fragen offen. Gut findet sie darum, wenn neue Presbyter an die Hand genommen werden, denn „Kirche“ sei schon komplex. Struktur und Gesetze, wer entscheidet was, das braucht seine Zeit. Im Vergleich zu Entscheidungen in städtischen Gremien wird das Handeln der Kirchenleitung in der Öffentlichkeit seltener registriert. „Darum sollten Presbyterien vielleicht häufiger öffentlich tagen“, überlegt sie. Also so ganz aus dem Kopf sind die vier Jahre noch nicht – zum Glück.