Geldern: Tolkien-Tage mit Besucherrekord

Geldern : Tolkien-Tage mit Besucherrekord

Zweieinhalb Tage, ein neuer Standort, über 6500 Gäste und im Umkreis von zehn Kilometern waren alle Übernachtungsmöglichkeiten ausverkauft: Das diesjährige Fest für "Herr der Ringe"-Freunde war so groß wie noch nie.

"Dass das Tolkien-Fest jetzt nicht mehr im Ort ist, sondern draußen bei einem Sportplatz: Ich weiß nicht, ob mir das gefällt", meinte am Samstag Besucher Markus Kleinen aus Düsseldorf. "Aber auf jeden Fall kann man jetzt auf der Wiese nebenan einfacher parken." Das Verlegen des Festivalortes war ganz klar der Diskussionspunkt am Wochenende, als sich wieder Elben, Orks und andere Wesen aus der "Herr der Ringe"-Welt trafen.

Entspannt auf der Wiese: Wo früher Tennis gespielt wurde, traf man sich nun zum Plausch mit Elben und Feen. Foto: Evers Gottfried

"Es gibt viele Gründe für den neuen Standort: Das örtliche Pfarrheim wurde verkauft, der Bürgerpark wird umgebaut und wir haben nun ein Vereinsheim hier am Tennisplatz", erklärte Tobias M. Eckrich, der Vorsitzende der deutschen Tolkien-Gesellschaft. "Dieses Jahr haben wir mehr Stände als jemals zuvor, über 130 Standnummern vergeben und über 250 Akteursausweise ausgestellt."

Eine faszinierende Greifvogel-Show gehörte zu den Höhepunkten der Showeinlagen auf dem Ponter Festival. Foto: Evers Gottfried

Das Programm war ebenfalls so gefüllt wie eh und je: Verschiedenste Redner und Experten hielten Vorträge über die vielseitigen Themen bei J.R.R. Tolkien. Die Besucher hatten ihren Spaß bei einer faszinierenden Greifvogel-Show und die jüngeren Gäste konnten sogar auf einem kleinen Karussell mitfahren, das vor Ort nur per Kurbel und Muskelkraft betrieben wurde.

Der neue, einladende Aufbau bot zwei große Bereiche. Einer war hauptsächlich für die Zelte der verkleideten Teilnehmer, dahinter wurden die neugierigen Besucher von einem großen Aufgebot an Ständen begrüßt. Alle fokussierten sich dabei auf das Fantasy- und Mittelalter-Thema des Festivals, so auch etwa "Damana's Kreatives Gestalten." Rena Peter und ihre Tochter Ivonne aus der Gegend um Hildesheim verkauften Anhänger, Armbänder, Kopfschmuck und mehr. "95 Prozent des Ganzen sind selber gemacht. Denn vor gut elf Jahren war ich bei einer Convention und habe einen Gestaltungs-Workshop mitgemacht. Das hat mir gefallen und seit acht Jahren mache ich das alles nun hauptberuflich", erzählte Rena Peter, die zum zweiten Mal bei den "Tolkien-Tagen" mit dabei war.

Am Wochenende schien die Sonne mit teilweise über 30 Grad brutal heiß vom Himmel, doch viele Stände boten kalten Getränke an und auch das Essens-Angebot war natürlich nach Mittelerde-Geschmack. Kartoffel- und Pilz-Pfannen, oder auch Met waren sehr beliebt.

Riesigen Schlangen bildeten sich jedoch vor allem immer wieder bei der "Hanf-Beckerey", die Brotfladen mit würzigem Fleisch, Zwiebeln, Soßen und Hanfsamen anbot. Es war keine Seltenheit, wenn man über 20 Minuten auf sein Essen warten musste, denn die gut aufgelegten Köche scherzten gerne mit den Gästen. Aber dies war bezeichnet für das gesamte Festival, bei dem eine ausgelassen-gemütliche Stimmung herrschte, bei der es richtiggehend familiär zuging.

Kein Wunder also, dass dieses Jahr mit über 6500 Gästen ein Besucherrekord gebrochen werden konnte, denn man startete dieses Mal bereits am Freitagnachmittag. Dies sorgte dafür, dass im Umkreis von mehr als zehn Kilometern rund um Pont sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten restlos ausgebucht waren, wie Tobias Eckrich verriet: "Das ist ein Zeichen dafür, was wir über die Jahre erreichen konnten. Die Tolkien-Tage hier sind auch die erste große Veranstaltung, die das Tennisheim samt umliegendem Gelände einer neuen Funktion zu führen. Das Gelände ist von der Tolkien-Gesellschaft saniert worden und wird mitgepflegt werden."

Am Samstagabend kehrte Besucher Markus Kleinen zu seinem Auto zurück und verriet: "Ich musste mich erst an den neuen Standort gewöhnen, aber es war mindestens so gut in den Vorjahren. Die Tolkien-Tage sind einfach super!"

(cnk)
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