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Im Jugendzentrum Straelen wurde ein Song gegen Drogen produziert.

Jugendkultur in Straelen : Hip Hop gegen Drogen im „JuSt“

Nachwuchs-Rapper aus Straelen haben einen eigenen Song gegen Rauschgift aufgenommen.

Während viele Rapper Drogen in ihren Texten verherrlichen, haben sich vier Jungs aus Straelen etwas Besonderes einfallen lassen: einen Hip-Hop-Song gegen Drogen. Im Straelener Jugendzentrum „JuSt“ hatten die Nachwuchs-Rapper die Gelegenheit, ihren selbst geschriebenen Song professionell aufzunehmen.

„Beinahe“ heißt das Lied von Ricardo, Christopher, Joshua und Janis. Darin geht es um einen Jugendlichen, der an falsche Freunde gerät und denkt, Drogen könnten seine Probleme lösen. Beinahe gerät er auf die falsche Bahn, merkt dann aber, dass echte Freunde und Familie einem viel mehr geben können als Drogen. „Damit wollen wir zeigen, dass man immer gut nachdenken sollte, ob man so etwas macht. Viele Rapper nehmen Drogen, und einige Jugendliche kiffen und wissen nicht, wie schädlich das sein kann“, erklärt der 14-jährige Jannis Müller. „Und wenn was ist, sollte man sich immer an die Familie wenden.“

Der Song ist bei einem Projekt mit der Diakonie im Kirchenkreis Kleve entstanden und wurde von der Gingko-Stiftung für Prävention gefördert. Drei Tage hatten die vier Jugendlichen, um den Text zu schreiben. Dem 14-jährigen Joshua fiel das leicht, da er schon öfter Hip-Hop-Songs getextet hatte. Aber Jannis hatte etwas Probleme mit dem Reimen, da er sonst singt und nicht rappt. Christopher ist musikalisch und spielt Klavier, aber gerappt hatte er vor dem Projekt noch nie. „Ich hab mich spontan dazu entschieden, mitzumachen. Aber es hat echt Spaß gemacht“, erinnert sich der 13-Jährige.

Als die Herausforderung, den Text zu schreiben, gemeistert war, stand der Tag der Aufnahme an. Die beiden Rapper „Zyankali“ und „Konni“ von den „Pott-Poeten“ haben aus dem Musikraum im „JuSt“ ein Aufnahmestudio gezaubert, und schon konnte es losgehen. Etwas nervös waren sie, da die Vier das erste Mal einen Song professionell aufgenommen haben. Aber die Nachwuchs-Rapper haben sich gut geschlagen, und die „Pott-Poeten“ hatten gute Tipps parat. „Das war auf jeden Fall gut, da hatten wir Profis an unserer Seite. Es war schon cool, auch was die alles an Equipment dabei hatten“, meint Jannis. Und die Jugendlichen haben sich gut geschlagen: „Die Jungs haben Talent“, meint Rapper „Zyankali“.

Einen Monat später trafen sich die Jungs mit den beiden Mitarbeitern der Diakonie, Tim Rambach und Melanie Seier, die das Projekt begleitet haben, und Philipp Hansen, Praktikant des „JuSt“, um den fertigen Song das erste Mal anzuhören. „Man hatte vorher ja schon ein bisschen gehört, aber da waren wir echt positiv überrascht“, meint Rambach. Und auch die vier Jungs finden das Ergebnis gut. „Hier und da könnte es natürlich noch besser sein, aber wir sind zufrieden“, sagt Jannis.

Bei dem Projekt ging es um ein wichtiges Thema, und der Diakonie-Sozialarbeiter Tim Rambach ist sich sicher, dass die Jugendlichen noch was über das Thema Sucht lernen konnten. Daneben ist aber auch der Spaß nicht zu kurz gekommen. „Bei anderen passen manchmal die Vorstellungen nicht zusammen, aber bei unserer Gruppe hat das gut geklappt. Wir konnten alle Ideen mit einbringen, und es ist echt gut geworden“, sagt Joshua Müller.