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Sozialtreff Emmerich bietet nach Pause wieder Beratungen an

Tipps bei Hartz IV, Grundsicherung und Co. : Sozialtreff Emmerich bietet nach Pause wieder Beratungen an

Der nächste Sozialtreff findet am Dienstag, 14. Mai, im Aldegundisheim statt.

Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe empfängt, hat oft viele Fragen. Der Sozialtreff des „Selbsthilfe e.V. – Verein für Sozialberatung“ im Aldegundisheim ist beliebt. Es bietet nicht nur die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen, dort kann man auch seine Sorgen mit Fachberatern erörtern, die bei fehlerhaften Bescheiden, falschen Auskünften oder auch rechtswidrigen Amtshandlungen Tipps geben können.

Aus personellen Gründen musste beim Sozialtreff im Winter eine Pause eingelegt werden. „Doch jetzt finden die Treffen wieder regelmäßig statt, alle zwei Monate am zweiten Dienstag im Monat“, sagt der ehrenamtliche Sozialberater Heinz Gräbing. Der nächste Sozialtreff findet am Dienstag, 14. Mai, wieder im Aldegundisheim statt.

Seit 2009 gibt es diese Treffen in Emmerich. Die Themen sind vielfältig: es geht um Infos zu Hartz IV, um Probleme bei der Erwerbsminderungsrente, über Grundsicherung für Arbeitssuchende oder im Alter. „Am besten ist es, wenn die Leute ihre Leistungsbescheide mitbringen. Dann können wir eventuelle Fehler erkennen und darüber sprechen“, erklärt Gräbing.

Der gelernte Oberlederzuschneider machte im Jahr 2007 eine Umschulung zum IT-Techniker. Im Jahr 2009 kam er zum Verein für Sozialberatung, damals hatte er selber Probleme. Kurz darauf begann er mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit, eignete sich ein großes Wissen an Sozialrecht an und ist seitdem zuständig für die Sozialtreffs in Kleve, Kranenburg und Emmerich. Wenn möglich, wird er von der Rechtsanwältin Ricarda Lambertz begleitet, die in den Treffen auch fachlich beraten darf. Sie ist Fachanwältin für Sozialrecht und für Familienrecht. „Durch diese Verzahnung kann ich viele Fragen beantworten und auch Rechtsberatung geben“, sagt Lambertz, die ehrenamtlich die Sozialberatung in Geldern leitet und auch die in Kranenburg, Kleve, Kevelaer und Emmerich besucht.

Nicht alle Fragen können beantwortet werden, doch die Sozialberater verfügen über ein großes Netzwerk und kennen Adressen, an die sich die Betroffenen dann wenden können. Manche brauchen auch nur etwas Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. Viele Fragen drehen sich um Unterkunft, Wohnungssuche, Heizkosten und Kündigungen, hat Gräbing festgestellt. Immer wieder Thema ist ebenfalls das Verhalten der Mitarbeiter in Arbeitsagenturen. „Da fühlen sich die Leute schon mal unter Druck gesetzt, verstehen beispielsweise nicht, warum Sanktionen ausgesprochen wurden“, so der Sozialberater.

Die Treffen sind anonym. Keiner braucht seinen Namen zu nennen. So mancher hört erst mal in Ruhe zu, worüber die anderen sprechen. Auf jeden Fall sagen alle Teilnehmer, dass ihnen sie Sozialtreffs gut tun, weil Fragen beantwortet werden und sie in der sowieso schwierigen Situation unterstützt werden. „Am wichtigsten ist für viele der Austausch. Sie merken, dass sie nicht alleine sind“, so Lambertz.