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BGE eröffnet die Debatte um die Gesamtschule in Emmerich

Emmerich : BGE eröffnet Debatte um Gesamtschule

Die Bürgergemeinschaft will Zahlen von der Verwaltung. Wie steht es um das Gesamtprojekt? Und die CDU schlägt einen sofortigen Stopp öffentlicher Ausgaben vor. Es könnte um Millionen für die Gesamtschule gehen.

Die Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) will bei der Gesamtschule genauer hinschauen. In einem Antrag an Bürgermeister Peter Hinze fordert sie, dass bis zur Sommerpause der Politik der aktuelle Sachstand dargelegt wird. Erfolgen soll das in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, der vielleicht wichtigste Ausschuss des Rates, am 9. Juni.

BGE-Chef Joachim Sigmund schreibt: „Gibt es im Ramen des Gesamtprojekts neu erkannte Probleme, Planabweichungen oder Änderungen? Gibt es beim Gesamtprojekt neue Risiken? Wenn ja, welche sind es?“

Gegenüber der RP meinte Sigmund am Mittwoch: „Uns fehlt die Gesamtübersicht über das Projekt und das Controlling durch den Bürgermeister. Wir wollen wissen, was gebaut werden muss und was vielleicht geschoben werden kann.“ Nachdenken will auch die Emmericher CDU. Sie schlägt ein Moratorium vor. „Sofort und umfassend“ soll darüber nachgedacht werden, welche Maßnahmen und Projekte bis vorerst Oktober 2020 nicht notwendig sind. Wegen der nicht absehbaren finanziellen Folgen der Corona-Krise im Haushalt der Stadt Emmerich sollen alle nicht unbedingt notwendigen Projekte, Vergaben und Aufträge gestoppt beziehungsweise geschoben werden.

Die könnte eine Haushaltssperre und auch mögliche Steuererhöhungen verhindern, schreibt die CDU.

Die Gesamtschule nennt sie nicht ausdrücklich. Sie dürfte allerdings ins Blickfeld geraten. Zumindest ihr weiterer Ausbau. Bislang sind bereits an der Paaltjessteege (ehemalige Hauptschule) und am Brink mehr als 23 Millionen Euro ausgegeben worden beziehungsweise schon fest eingeplant. Bekanntlich ist das Gebäude am Brink abgerissen worden. Das Gebäude an der Paaltjessteege ist innen erneuert worden.

In der dritten Phase ist der Umbau am Grollscher Weg geplant. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2015 liegen die Kosten hier bei 14,8 Millionen Euro. Durch die enormen Baukostensteigerungen der letzten Jahre dürfte diese Summe mittlerweile höher liegen. In der Politik wird derzeit - allerdings nicht öffentlich - darüber geredet, ob es Sinn macht, für die Oberstufe der Gesamtschule, die im kommenden Schuljahr aus 41 Schülern besteht und nach Berechnungen in den kommenden Jahren noch deutlich kleiner wird, weitere Millionen in die Hand zu nehmen. Schätzungen gehen von 26 bis 33 Oberstufenschülern in den nächsten Jahren aus.

Möglicherweise, so die Überlegungen, können die Millionen-Investitionen auch noch warten, bis klar ist, wie sich die Schülerzahl an der Gesamtschule weiter entwickelt. Es gibt zudem die Befürchtung, dass die Bezirksregierung in Düsseldorf irgendwann aus der Gesamtschule eine Sekundarschule macht. Also eine Schule bis zur Mittleren Reife ohne eine Oberstufe, die zum Abitur führt.

(hg)