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Streik in Duisburg: 250 Erzieherinnen legen die Arbeit nieder

Forderung nach bessere Arbeitsbedingungen : Erzieherinnen in Duisburg treten in den Streik

52 Kitas waren am Mittwoch in der Stadt geschlossen. Die Mitarbeiter legten ihre Arbeit nieder und bildeten am Innenhafen eine Menschenkette. Ziel: Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung.

Am Dienstag war der öffentliche Nahverkehr dran, am Mittwoch folgten die Kitas: In Duisburg – und in NRW – ist Streikwoche. Gegen halb acht am Morgen haben sich mehr als 250 Erzieherinnen und Erzieher rund um den Innenhafen versammelt. Vom Volksbank-Gebäude bis zur A459 bildeten sie eine meterlange Menschenkette und forderten mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Insgesamt 52 städtische Einrichtungen sind dem Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) nachgekommen. 28 weitere Kitas haben sich nicht beteiligt. In den meisten Einrichtungen gab es Notbetreuungen für die Kinder. „Ein Streik kommt ja eigentlich überraschend, wir haben ihn aber zur Planungssicherheit für die Eltern zwei Tage vorher angekündigt“, sagt Markus Renner, zuständiger Gewerkschaftssekretär von Verdi.

Martina Hüskes, Verdi-Geschäftsführerin im Bezirk Duisburg-Niederrhein erklärte im Vorfeld des Streiks: „Wir wissen, dass wir uns hier in einem sehr sensiblen Bereich bewegen.“ Kita-Personal, das die Arbeit niederlegt, ist nichts ungewöhnliches. 2015 rief Verdi zu einem vierwöchigen Streik auf. Doch in der Corona-Krise trifft der Streik die Eltern noch einmal härter. Die vergangenen Monate waren ohnehin schwer für Mütter, Väter und Großeltern, die zu Hause den Nachwuchs hüten. Nun mussten Familien erneut nach einer Notbetreuung suchen – oder für die Kinder zu Hause bleiben. „Letztlich führt aber das geringschätzende Verhalten der Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen und auch die schwierige Situation vor Ort dazu, dass die Kita-Beschäftigten sich dazu entschlossen haben ihre Forderungen mit einem Warnstreik zu untermauern“, sagt Renner.

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Ziele des Streiks ist nach der zweiten Tarifrunde mehr Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber. Verdi fordert eine Erhöhung der monatlichen Entgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro. Zusätzlich soll die Arbeitszeit im Osten an die im Westen angeglichen werden und bessere Altersteilzeitregelungen. „Wenn sich nichts ändern, wird es weitere Streiks geben“, sagt Renner.