Tischtennis-Kurs für Flüchtlinge in Wersten

Projekt : Tischtennis-Kurs für Flüchtlinge

Borussia Düsseldorf schenkte der Flüchtlingsunterkunft an der Lützenkircher Straße ein zweimonatiges Tischtennis-Projekt. Seither liegen immer donnerstags Schläger und Bälle zum Outdoor-Training bereit.

Sie stehen rund um die drei Tischtennisplatten verteilt und folgen den Anweisungen von Wieland Speer. Der Trainer von Borussia Düsseldorf stoppt die Zeit beim Slalomlauf mit Tischtennisschlägern und daraufliegendem Ball, gibt Tipps für den Aufschlag und zeigt, wo ein Tischtennisball punkten kann. Viele Worte braucht er dafür nicht, mit seinem Team von Ehrenamtlichen setzt er auf Aktion: „Tischtennis hat einen hohen Anforderungscharakter“, sagt er.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen donnerstags mit, manchmal kommen Gäste dazu oder Jugendliche vom Treff der Offenen Tür, die direkt neben der Unterkunft an der Lützenkircher Straße liegt. „Tischtennis fördert Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer und Konzentration“, sagt der Trainer. Dinge, die im Alltag gefragt sind, und gerade den Kindern und Jugendlichen sehr helfen. „Außerdem ist es auch ein Familiensport“, sagt Wieland Speer.

Tischtennis als Volkssport habe fast jeder schon einmal gespielt. Für den Profi von Borussia Düsseldorf ist das Engagement in der Flüchtlingsunterkunft mit vielen positiven Erlebnissen und Begegnungen verbunden. Es ist Teil der Aktion „Bunt geht’s rund“, einem Integrationsprojekt von Borussia Düsseldorf. Die Basis des Projekts bildet der Einsatz eines Tischtennis-Mobils mit einem fahrbaren Tischtennistisch, mobilen Sets (Netz, Bälle, Fun-Schläger), Mini-Tischen und Schlägern. „Wann kommt ihr wieder?“, wollen die Jugendlichen am Ende der Einheit wissen.

Die Idee zum zweimonatigen Tischtennis-Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Stadtteilstiftung „Mit Herz und Hand für Wersten – Don-Bosco-Stiftung“. Zu Weihnachten überreichte die Stiftung den Familien der Flüchtlingsunterkunft Lützenkircher Straße eine Tischtennisplatte samt Zubehör als Weihnachtsgeschenk. „Wir sind dankbar über das Engagement von Borussia Düsseldorf, das im vergangenen Jahr zustande kam“, sagt Vorstand Klaus Lorenz. Dass Herkunft und Sprache beim Sport keine Rolle spielen, erleben alle Beteiligten. „Jeder kann mitmachen und einige können vielleicht sogar in Vereine vor Ort wechseln“, sagt Ali Bouzagaoui vom Vorstand der Stadtteilstiftung „Mit Herz und Hand für Wersten“.

In der Familienunterkunft mit 140 Bewohnern ist die Outdoor-Tischtennisplatte ein beliebter Treffpunkt. „Das ist großartig. Die Kinder haben eine Beschäftigung und eine Verbindung zum Sport“, sagt Ralf Borufka, der die Einrichtung leitet. Dilbar übt fleißig und Ali setzt schnell die Anweisungen von Wieland Speer um: „Ich spiele auch in der Schule Tischtennis“ sagt er.

Diesmal sind auch Besucher der MTO Shahmaghsoudi Sufi-Schule in Wersten beim Training dabei. Bunt gemischt finden in verschiedenen Teams kleine Spiele statt.

Hans Scherer, ein ehemaliger Lehrer, unterstützt Wieland Speer beim Training. Er zeigt schon den Kleinsten, wie man den Tischtennisball ruhig mit dem Schläger Richtung Netz schieben kann: „Es ist sportliche Kommunikation.“ Für alle Beteiligten ist es ein großer Spaß, der Teamgeist und gemeinsamen Austausch fördert. Das Projekt endet am 27. Juni. Die Outdoor-Tischtennisplatte bleibt aber weiterhin in der Flüchtlingsunterkunft für gemeinsame Aktivitäten stehen.

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