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Dorothee Linneweber ist Quartiersmanagerin in Wersten

Quartiersmanagement : Für mehr Nachbarschaft in Wersten

Die neue Quartiersmanagerin Dorothee Linneweber will die Bürger für ihren Stadtteil begeistern.

Dorothee Linneweber hat sich selbst ein Ziel gesetzt: Sie möchte die Menschen wieder vor die Tür locken, möchte, dass sie links und rechts schauen ­ und ihre Nachbarn kennenlernen, mit denen sie vielleicht schon seit Jahren Tür an Tür wohnen. Linneweber ist in Wersten seit November vergangenen Jahres eine sogenannte Quartiersmanagerin. Im Süd-Osten des Stadtteils, im Bereich des Dreiecks zwischen Kölner Landstraße und Werstener Feld, möchte die gelernte Architektin die Bewohner mit unterschiedlichen Aktionen dazu bewegen, sich in ihrem Viertel mehr draußen aufzuhalten. Dazu wurde das Projekt „Wir-Quartier Wersten“ ins Leben gerufen. Aber warum? Letztlich gehe es schlicht darum, sagt Dorothee Linneweber, den Werstener Süd-Osten aufzuwerten. „Ich möchte, dass hier ein neues Wir-Gefühl entsteht.“ Von einer eigenen Identität habe sich dieser Wohnbereich in den vergangenen Jahren zusehends entfernt.

Die Siedlungen gelten in Wersten zumindest in Teilen als sozialer Brennpunkt. Eine Beschreibung, die Dorothee Linneweber vermeiden möchte, sie spricht lieber von Vielfalt, aber auch von einer größeren Anonymität. „Der Ruf ist auf jeden Fall schlimmer, als die Situation dort tatsächlich ist.“ Das habe sie im Rahmen ihrer Arbeit schnell festgestellt. Als sie ihre Stelle angetreten habe, sei sie an vielen Tagen von Tür zur Tür gegangen, habe vorgetragen, um was es ihr bei „Wir-Quartier Wersten“ geht. „Natürlich gibt es die, die das überhaupt nicht interessiert. Aber die meisten haben sich aufgeschlossen gezeigt.“

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Damit die Anwohner ihren Stadtteil wieder mehr schätzen lernen, soll der öffentliche Raum attraktiver werden. Die ersten Aktionen sind bereits gelaufen, wie das Bepflanzen sogenannter Bienenwiesen, der Kehraus am stadtweiten Dreck-Weg-Tag oder die Umgestaltung von Vorgärten in der Dabringhauser Straße, dort, wo auch das Mieterbüro ist. Kleine Maßnahmen sind das erst. Weitere sollen folgen. Das Projekt, aufgenommen im Landesprogramm „Soziale Stadt NRW“, ist auf drei Jahre angelegt.

Dorothee Linneweber will dabei aber nichts vorsetzen. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben sei es, die Ansprechpartnerin vor Ort zu sein, die Vermittlerin zwischen Bewohnern und der Stadtverwaltung. In ihren Sprechstunden können Bewohner ihre Wünsche, Sorgen und Anregungen vortragen. Bislang haben die meisten Besucher dieser Sprechstunde mehr Sauberkeit im Viertel angemahnt.

Sie schlage zwar auch etwas vor, sagt Linneweber, wie eben die Bienenwiesen, die mit rund 40 Pflanzenarten besetzten größeren Blumenkübel, von denen es nun zehn gibt. Aber das Interesse an solchen Maßnahmen, das müsse schon von den Anwohnern kommen. Sie müssen mit Hand anlegen, müssen aktiv werden. Und sie tun es. Sie treffe auf viel Bereitschaft, sagt Dorothee Linneweber, mehr als sie anfangs erwartet habe. Schon die Resonanz auf diese ersten Aktionen sei ermutigend und habe auch zu dem geführt, was sie sich vorgestellt habe: Kleine Feste in der Nachbarschaft, bei denen man ins Gespräch kommt.