Ökotop Heerdt in Düsseldorf feiert den Tag der Erde

Heerdt : Ökotop Heerdt feiert den Tag der Erde

Das soziale Projekt zeigte Wissenswertes über die Natur. Bald soll es selbst gebrautes Bier geben.

Am Tag der Erde gab es im Ökotop Heerdt wieder viel zu lernen und schöne Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen. Bei den Führungen über das Gelände konnten die Besucher alles über Kräuter, Bestäubung und das Bienenhaus erfahren.

Um Bienen ging es auch am Stand von Jenia Sychinskaya. Sie zeigte, wie Nisthilfen für Wildbienen gebaut werden. Die Freizeit-Spezialistin kürzte Brombeerstöcke und band sie ähnlich der Form einer Panflöte zusammen, um sie dann an Bäume zu hängen. „Die Bienen fressen sich durch das weiche Mark der Stöcke und nisten darin“, erklärte sie ihren interessierten Zuhörern. „Und das Beste ist, man muss nichts dafür kaufen.“ Die 23-Jährige ist keine Bienenexpertin, hat aber im Ökotop einen Garten und sich dem ökologischen Gärtnern voll und ganz verschrieben. „Ich finde, hier gibt es einfach die perfekte Mischung. Man hat einen Garten, arbeitet ökologisch und hat eine Gemeinschaft, von der jeder hier profitieren kann. Alle hier kennen ihre Nachbarn und bekommen Hilfe, wenn sie gebraucht wird.“ Daher war es für Sychinskaya auch selbstverständlich, beim Tag der Erde ihr Wissen weiterzugeben. „Artenvielfalt ist gerade ein wichtiges Thema. Honigbienen kennt jeder, aber Wildbienen sind für die Bestäubung sehr wichtig. Darüber muss man erst mal aufklären.“

Viele Kooperationspartner des Ökotops hatten für die Besucher Infostände aufgebaut. Das Entsorgungsunternehmen AWISTA demonstrierte richtige Wurmkompostierung. Greenpeace klärte über Gentechnik auf. Die junge Initiative „Enjoy the Food“ zeigte, wie sie Lebensmittel rettet und weitervermittelt. „Wir waren bis jetzt hauptsächlich im Süden von Düsseldorf aktiv. Jetzt möchten wir uns auch linksrheinisch etablieren“, berichtete Gründerin Katharina Linke. „Im Moment läuft es noch nicht so gut, wir hoffen aber auf mehr Unterstützung.“

Im vergangenen Jahr gewann das Ökotop den Umweltpreis der Stadt. Die Prämie half, einige Projekte zu starten, die schon länger geplant waren. So konnten die Besucher sich anschauen, an welchen Stellen die ersten Beerensträucher für den essbaren Park gepflanzt wurden. Auch der erste Gemeinschaftsgarten der Anlage war schon gut zu erkennen. „Der macht ganz schön viel Arbeit“, findet die neunjährige Maja, die zusammen mit ihrer Mutter und weiteren Frauen den Garten bepflanzt. „Aber da wir es zusammen machen, macht es auch Spaß.“

Noch ein weiteres Projekt steht schon in den Startlöchern. Das Ökotop möchte probieren, sein eigenes Bier zu brauen.

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