1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Eller

Bahnhof in Düsseldorf-Eller: Stadtion Eller-Süd wird schöner

ÖPNV in Düsseldorf : Bahnhof Eller-Süd wird endlich schöner

13 Jahren hat sich die Werbegemeinschaft Eller um die Reinigung der Unterführung gekümmert und immer wieder versucht, Kontakt zu Stadt und Deutsche Bahn aufzunehmen. Lange ohne Ergebnis. Jetzt sollen professionelle Sprayer Graffiti auf die Kacheln malen.

Der S-Bahnhof Eller-Süd beschäftigt die Menschen im Stadtteil schon seit vielen Jahren, und so manches Mal wollte Jürgen Hagendorn, Vorsitzender der Werbegemeinschaft in Eller, die Flinte ins Korn werfen. Aber er ist drangeblieben, hat immer wieder den Kontakt zu Politik, Stadt und Deutscher Bahn gesucht, damit die Haltestelle aufgewertet wird. Seine Hartnäckigkeit wird jetzt belohnt: Er hat Stadt und Bahn überzeugen können, dass etwas passieren muss. 10.000 Euro wird die Bezirksvertretung bereitstellen, damit die Künstlergruppe Tubuku die Wände in der Unterführung besprüht – mit Motiven, die Bezug zum Stadtteil haben. Schloss Eller, Rathaus, Kirche – „der Entwurf hat uns überzeugt“, sagt Hagendorn, der es kaum erwarten kann, dass die beiden Jungs loslegen.

Dabei gab es eine Zeit, in der es noch viel schlimmer war am S-Bahnhof Eller-Süd. Die Passanten huschten durch den Tunnel, so schnell es geht, „manchmal sogar geduckt“, erinnert sich der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, die 2007 damit begann, die Wände von Schmierereien zu befreien. Eine Sisyphos-Arbeit, die niemals zu enden schien. Die Werbegemeinschaft ließ einen Graffiti-Schutz aufbringen, engagierte eine Firma, die spätestens 48 Stunden nach einer Graffiti-Meldung die Fliesen säuberte. So wurde es für den einen oder anderen Schmierfinken uninteressant, weil Farbe Geld kostet und die vermeintlichen Künstler nicht gesehen werden. Und tatsächlich sei es weniger geworden in den letzten Jahren, sagt Hagendorn. „Aber schön ist anders“, findet er. Vor allem auf den Fugen zwischen den Kacheln bleibt die Farbe, und auch die Eingangsbereiche sind voller unleserlicher Schriftzüge. Deshalb gab es beim Stationsbericht des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) auch immer eine schlechte Note für die Haltestelle Eller-Süd, „warum investieren wir hier überhaupt, wenn das nicht gewürdigt wird“, fragte Jürgen Hagendorn im April 2018 fast schon verzweifelt.

Die Künstlergruppe Tubuku hatte diesen Entwurf eingereicht, der Werbegemeinschaft, Politik, Stadt und Deutsche Bahn überzeugte. Foto: nika

Denn Unterstützung gab es bis dahin nur von der Bezirksvertretung. Sie bezuschusste das Engagement der Händler in Eller nicht nur finanziell – 5000 Euro im Jahr kostete die Reinigung im Schnitt –, sondern versuchte auch, Kontakt zu den Hausherren Stadt und Deutsche Bahn aufzunehmen. Lange ohne Ergebnis. Dabei gab es die Idee, die Wände künstlerisch zu gestalten, schon eine ganze Weile. Auch den inzwischen verstorbenen SPD-Ratsherrn Harald Walter hatte das Thema beschäftigt. „Wenn die Wände hell und freundlich sind, dann werden sie auch nicht so oft beschmiert“, war er überzeugt. Und weil es in der Sprayer-Szene eigentlich das ungeschriebene Gesetz gibt, dass Graffiti nicht übermalt werden, hofft die Werbegemeinschaft, dass die Kunstwerke von Tubuku andere davon abhalten, die Bilder zu zerstören.

Am 3. August sollen die Arbeiten starten, eine Malerfirma wird zunächst die Fliesen reinigen, diese aufrauen und eine Grundierung auftragen. Dann sind die Künstler an der Reihe. „Zeitlich passt es ganz gut, weil der Bahnhof ab dem 31. Juli ohnehin gesperrt wird für Gleisbauarbeiten“, sagt Jürgen Hagendorn. Dazu wird die Deutsche Bahn die beiden Portale zum Tunnel erneuern, „vielleicht sind wir ja Vorbild für andere Bahnhöfe, die das gleiche Problem haben wie wir“, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Eller. Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen (CDU) ist froh, „dass der Bahnhof zum Ende meiner Amtszeit in ein schönes Licht gestellt wird“. Auch wenn er noch nicht ganz glauben kann, dass endlich etwas passiert, „zu lang haben wir schon gewartet, zu viele Versprechungen hat es schon gegeben“, sagt van Leyen.