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Pflegebonus in Düsseldorf-Eller: Gutscheine für Geschäfte an der Gumbertstraße

Solidarität in Düsseldorf : 20.000 Euro für Handel in Eller

Bis zu 1500 Euro bekommen Pflegekräfte als Bonus. Um auch anderen im Stadtteil zu helfen, haben Ralf Hansen und sein Team entschieden, einen Teil dieses Geldes in Gutscheine umzuwandeln, die in den Geschäften an der Gumbertstraße ausgegeben werden können.

Dutzende gelb-rote Plakate hat Ralf Hansen drucken lassen und sie in der Nachbarschaft an der Gumbertstraße verteilt. Darauf geschrieben steht „Solidarität des Pflegedienstes mit den Geschäften vor Ort – Bei uns können Sie mit den Gutscheinen einkaufen“. Händler, die bei der Aktion mitmachen wollen, hängen das Schild einfach in das Schaufenster, „und so wissen wir, wo wir mit den Gutscheinen bezahlen können“, sagt Hansen, Chef von Pflege und Beratung Heinzelmännchen.

Auch wenn sein Pflegedienst während der Corona-Krise knapp 30.000 Euro Verlust gemacht habe, weil viele Kunden keinen Kontakt mehr wünschten zu den Mitarbeitern, „wollten wir etwas tun für die anderen“, sagt Hansen. „Wir bekommen einen Bonus, aber was ist mit den Nachbarn aus dem Viertel?“ Deshalb entschieden sich Hansen und seine 108 Mitarbeiter gemeinsam, einen Teil des Bonus in der Elleraner Einkaufsstraße auszugeben.

Bis zu 1500 Euro bekommt jede Vollzeitkraft in der Pflege – das entschied Finanzminister Olaf Scholz. Ein Dankeschön an alle Menschen, die während des Shutdowns das System am Laufen hielten. In NRW ist die Regelung so, dass 1000 Euro vom Bund ausgezahlt werden und 500 Euro vom Land. Und weil etwa Mitarbeiter in der Verwaltung weniger bekommen, „stocken wir das auf, alle sollen gleichwertig behandelt werden“, sagt Ralf Hansen. So ist dann auch die Idee entstanden, dass nicht nur die Heinzelmännchen profitieren sollen vom Bonus, sondern auch andere. 250 von den 1500 Euro werden in Form von Gutscheinen ausgezahlt, jede Plastikkarte hat einen Wert von jeweils 25 Euro. „Die Gutscheine sind bargeldgleich, und man bekommt ganz normal sein Wechselgeld“, erzählt Hansen, der 1000 solcher Karten in einer speziellen Druckerei hat anfertigen lassen, damit sie fälschungssicher sind.

20.000 Euro sollen in den nächsten Wochen und Monaten in Eller ausgegeben werden, um so den Handel zu unterstützen, der während der Corona-Zeit sehr gelitten hat. Viele Geschäfte und Cafés mussten schließen, nur noch Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Dorgerieartikel oder Medikamente gab es zu kaufen. „Es ist toll, dass alle Mitarbeiter mitmachen“, sagt Ralf Hansen, der nicht ganz uneigennützig handelt, auch wenn er selbst nicht profitieren wird von den Gutscheinen. Aber Hansen ist zweiter Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sein Pflegebüro Mitglied bei der Initiative, die sich sehr emsig dafür einsetzt, dass die Gumbertstraße funktioniert. Man kämpft gegen Leerstand, organisiert Straßenfeste und versucht, die Ketten mit ins Boot zu holen. Was mal mehr, mal weniger gut klappt.

Ab dem 15. Juli wird der Bonus an die Pflegekräfte ausgezahlt, dann sollen auch die Gutscheine verteilt werden. Bis dahin wird Hansen weiter die Gumbertstraße auf- und ablaufen und die Geschäfte über die Bezahlmethode informieren. Die Händler können die Karten dann in Hansens Pflegebüro oder in Michael Köllns Versicherungsagentur gegen Bargeld einlösen. „Und manche Geschäfte wollen sich noch kleine Aktionen ausdenken für die Kunden, die mit dem Gutschein bezahlen“, sagt Hansen, der schon neue Ideen hat für die Gumbertstraße: Wenn das System funktioniert, könnte es vielleicht eine Eller-Karte geben.