Kommen und Gehen : Geschäftseröffnung in der Pandemie

Anil Esen hat in Benrath einen Feinkostladen eröffnet. Die aktuelle Situation hat für ihn nicht nur Nachteile – weniger Kunden können den Laden betreten, viele haben Zeit für ein Gespräch. Seine Eltern und seine Frau helfen Esen in seinem Laden.

(dsch) Mehr als die Hälfte des Ladens von Anil Esen nehmen Obst und Gemüse ein. Wo früher Legosteine verkauft wurden, liegen heute Äpfel und Orangen aus, hinten gibt es in einer Kühltheke Oliven und Schafskäste mit hausgemachtem Dipp, außerdem Regale voller mediterraner Gewürze, Öle und Backwaren. Esen hat den Feinkostladen „Essquisit“ vor rund zwei Wochen im ehemaligen Lego-Store an der Görresstraße 5 eröffnet und er ist sehr zufrieden mit seinen ersten Erfahrungen als Geschäftsmann in seiner Benrather Heimat. „Nicht nur die Kunden sind sehr sympatisch, auch die anderen Händler. Zur Eröffnung habe ich viele Blumen und gute Wünsche bekommen.“

Lange hat Esen in Unterbilk einen Supermarkt betrieben, doch das Tagesgeschäft wurde ihm zu stressig. „In meinem neuen Laden kann ich auf die Kunden eingehen, sie beraten – und Stammkunden kennenlernen“, sagt der gebürtige Benrather. In diesem Kontext sei es gar nicht so schlecht, dass wegen Corona nur wenige Menschen das Geschäft betreten dürfen, dann allerdings häufig mehr Zeit mitbringen.

„Essquisit“ ist ein Familienprojekt. Mutter Emine und Vater Ismet helfen dem Sohn im Geschäft aus, viele der in der Kühltheke präsentierten Süßspeisen hat seine Frau selbst gemacht. „Seit 30 Jahren ist mein Vater im Lebensmittelhandel aktiv, ich bin froh, auf seine Erfahrung zurückgreifen zu können“, sagt Anil Esen. Er ist nach Benrath gekommen, um zu bleiben. „Die Lage ist super, viele Menschen kommen aus dem Wohngebiet Benrodestraße auf dem Weg zum Marktplatz hier vorbei. Ich denke, ein persönlich geführter Feinkostladen hat in Benrath gute Chancen und bereichert das Angebot“, sagt Esen.