Zugeparkte Anwohnerstraßen in Düsseldorf-Benrath Linke wollen Schulweg für Annette-Schüler sicherer machen

Düsseldorf · In drei Straßen des Musikantenviertels in Benrath sei die Situation für alle Verkehrsteilnehmer unübersichtlich. Die Bezirksvertretung soll nun über einen Antrag der Linken entscheiden, der Parkverbote und die Einrichtung von Einbahnstraßen vorsieht.

An der Humperdinckstraße ist kein Gegenverkehr möglich. Und auch die Gewege sind sehr schmal.

An der Humperdinckstraße ist kein Gegenverkehr möglich. Und auch die Gewege sind sehr schmal.

Foto: Andrea Röhrig

Rund um Schulen, die mitten in Wohngebieten liegen, wird es zum Schulbeginn und -schluss immer wuselig. Diesen Eindruck hat die Fraktion der Linken im Besonderen von der Situation rund ums Benrather Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums gewonnen. Für den in dieser Woche tagenden Verkehrsausschuss (OVA) hatten die Linken deswegen einen Antrag gestellt, der sich auf den „Umgang mit Anwohnerparken auf Fahrbahnen mit Gegenverkehr und einer Breite von weniger als 5,20 Meter“ bezieht. Die Mitglieder des OVA haben den Antrag jedoch zur Beratung und Abstimmung in die dafür zuständige Bezirksvertretung 9 geschoben.

Der Antrag beinhaltet, dass die Verwaltung beauftragt werden soll, in einem Verkehrsversuch auf drei Straßen im Musikantenviertel (Humperdinckstraße, Telemannstraße und Spohrstraße) die Möglichkeiten der Einbahnstraßenführung für Pkw-Verkehr bei Beibehaltung des Zweirichtungsverkehrs für Radfahrende zu überprüfen – inklusive der Maßnahme, das einseitige Parken auf einem Teilstück der Humperdinckstraße zu unterbinden. Zur Illustration ihres Antrags hatten die Linken zwei Fotos bereitgestellt, auf denen zu erkennen ist, dass Fußgänger die Fahrbahn nutzten, weil der Fußweg zu schmal ist.

Annette-Schulleiterin Martina Weiß sagt auf Anfrage unserer Redaktion, dass man in der Schule bislang keine Kenntnis von gefährlichen Situationen auf besagten Straßen habe.

In ihrem Antrag hat die Linken-Fraktion ihren Anliegen umfangreich begründet: Die gegenwärtige Verkehrsinfrastruktur in diesem Schul- und Anwohnerviertel sei für Radfahrende und Zufußgehende oft gefährlich und immer unbequem. Auch für Pkw-Fahrende sei der Zweirichtungsverkehr konfliktreich. Radfahrende müssten bei Pkw-Begegnungsverkehr in Parklücken warten oder würden von überholenden Autos auf die Seite der geparkten Pkw gedrängt, wobei der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne.

Die Kreuzung Telemannstraße/Humperdinckstraße sei dabei besonders unübersichtlich, da von Süden ein stark frequentierter Rad- und Fußweg einmünde, der sich Autofahrenden nicht intuitiv erschließe, so die Linke. Die Humperdinckstraße ist zwischen Regerstraße und Telemannstraße Teil des Radhauptnetzes, den ganzen Tag über sei der Radverkehr deshalb dort rege. Da die Gehwegbreite weit unter der gesetzlichen Norm von 2,50 Metern liege, wichen zu Fuß gehende Schüler oft auf die Straße aus, andererseits führen radfahrende Schüler zum Selbstschutz vor dem Autoverkehr auf dem Gehweg. Durch das einseitig erlaubte Parken entstünden auf diesem Teilstück enge Straßenstellen, die den Begegnungsverkehr nicht zuließen. Die Situation so die Argumentation der Linken, könnte sich durch die Einführung einer Einbahnstraße und den Wegfall der Parkerlaubnis zwischen Regerstraße und Telemannstraße deutlich verbessern.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir nicht darauf hingewiesen, dass ein Parkverbot lediglich auf der Humperdinckstraße zwischen Regerstraße und Telemannstraße vorgeschlagen wird.

(rö)
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