Eissporthalle: Stadt will nahtlosen Übergang

Benrath: Eishalle: Stadt will nahtlosen Übergang

IDR und Stadt wollen die Planungen für einen Neubau an der Kappeler Straße vorlegen. Parallel wird mit der Sparkasse über eine einjährige Verlängerung der Eishallen-Laufzeit geredet. Ein Abriss schon im Frühjahr ist nicht geplant.

Die Besucherzahlen in der Benrather Eissporthalle haben im Dezember alle Rekorde gebrochen: 23.000 waren es. Ende April endet die Eislaufsaison. Wenn es nach den Wünschen von Stadtdirektor und Sportdezernent Burkhard Hintzsche geht, dann aber noch nicht für immer. „Wir verhandeln mit der Sparkasse über eine einjährige Verlängerung der Laufzeit der Eissporthalle“, sagte Hintzsche im Gespräch mit unserer Redaktion. Damit straft er Gerüchte Lügen, dass die Halle bereits in diesem Frühjahr nach dem Ende der Eislaufsaison abgerissen wird. „Einen Abriss zu diesem Zeitpunkt kann ich nicht bestätigen.“

Hintzsche macht keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung nicht die Sanierung und Modernisierung der Eishalle am Standort bevorzugt, sondern einen Neubau. Ein mögliches Grundstück dafür ist gefunden, an der Kappeler Straße, dort, wo bislang noch eine Flüchtlingsunterkunft steht. Die soll vorzeitig in diesem Frühjahr leergezogen werden. Das Areal gehört der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR), die bereits für die Stadt den ISS Dome gebaut hat, in dem auch die DEG spielt.

Warum neu bauen und nicht sanieren? Dafür zählt Hintzsche mehrere Gründe auf: Mit dem Verkaufserlös für das Grundstück, die Stadt rechnet mit rund zehn Millionen Euro, könne man eine neue und moderne Halle bauen, die die nächsten 30 Jahre genutzt werden könne. In die Halle in der Paulsmühle müsste man, so Hintzsche, zwischen vier und fünf Millionen investieren, dann hätte man aber immer noch eine Halle aus dem Jahr 1978. „Die Auflagen haben sich in den vergangenen 40 Jahren stark verändert“, erläutert Hintzsche. Um Eis zu machen, wird in den Anlagen giftiges Ammoniak verarbeitet. Auch wenn es in Benrath noch keinen Störfall gegeben hat, wollen es die Stadtoberen nicht darauf anlegen. Denn inzwischen ist die Eishalle eingekreist von Wohnbebauung und dem Dürer-Kolleg. Da würde für die Verwaltung stattdessen weiterer Wohnungsbau Sinn machen.

Als weiteres Argument für einen Neubau an anderer Stelle führt der Stadtdirektor an, dass nur so ein nahtloser Übergang gewährleistet werden könnte. Im anderen Fall fände im Stadt-Süden zwei Jahre lang kein Eislaufen statt, sagte Hintzsche und wendet sich mit dieser Argumentation an die über 5700 Unterzeichner einer im September begonnenen Online-Petition zum Erhalt der Eishalle in der Paulsmühle. In drei Wochen soll die Petition der Stadtspitze übergeben werden. Nur mit einem Neubau an anderer Stelle sei eine „wesentlich durchgängige Lösung“ möglich.

Wie genau die Planungen an der Kappeler Straße aussehen, wollen Stadt und IDR entweder noch im Januar, ansonsten im Februar vorstellen. Klar ist, dass sie sich nach den Bedürfnissen der jetzigen Nutzer richten soll. Dann will Hintzsche auch schnellstmöglich, dass die Politik einen Finanzierungsbeschluss fasst. Durch die angedachte Verlängerung der Eishalle in der Paulsmühle würde die Stadt ein Jahr Zeit gewinnen, in der die neue Eishalle entstehen könnte. Hintzsche geht davon aus, dass sie im Dezember 2020 fertig sein kann.

Der Stadtdirektor kann sich zudem gut vorstellen, dass auch die Stadt die Eishalle in Form einer Stiftung bewirtschaftet. So werde derzeit geprüft, ob die Stadt die Sparkassen-Stiftung weiter führt oder eine neue mit dem Auftrag gründet, in Zukunft Eissport im Düsseldorfer Süden zu bieten.

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