Konzert : „Vorwiegend heiterer“ Abschied vom Jahr

Inzwischen ist es Tradition der „Vereinigung Freunde Schloss und Park Benrath“, sich vom endenden Jahr mit Musik zu verabschieden. „Vorwiegend heiter“ war das Programm für das „Konzert zwischen den Jahren“ überschrieben

Benrath Inzwischen ist es Tradition der „Vereinigung Freunde Schloss und Park Benrath“, sich vom endenden Jahr mit Musik zu verabschieden. „Vorwiegend heiter“ war das Programm für das „Konzert zwischen den Jahren“ überschrieben. Dazu stellte Theodor Kersken den Zuhörern in der vollbesetzten Kapelle des Gartenkunst-Museums die Flötistin Xueqing Wang und den Pianisten Robert Weinsheimer vor.

Die Flötistin eröffnete mit der „Allemande“ aus J. S. Bachs Partita a-moll für Flöte Solo, 47 Takte mit perlenden Sechzehntel-Noten. Da brauchte es guten Umgang mit der Atemluft, um Struktur und Dynamik in Bachs Werk hörbar zu machen. Xueqing Wang ließ die Töne Gott sei Dank nicht zu schnell in die Kuppel der Kapelle strömen, sondern in angenehm ruhigem Fluss. Beim „Reigen seliger Geister“ von Gluck gesellte sich zu Wangs Flöte Robert Weinsheimer am Flügel als ausgezeichneter Begleiter.

Dass auch französische Komponisten die am Hof des großen Friedrich viel gespielte Flöte schätzten, zeigten Wang und Weinsheimer mit der fünfsätzigen Sonate ‚La Vibray‘ von Michel Blavet. Hier sparten beide nicht mit feinen Auszierungen, hier perlte es bis hin zu flotten Dreiern im Finale. Höhepunkt der ersten Konzerthälfte war unbestritten ein „Prélude et Scherzo“ von Henri Busser, der unter anderen auch bei Gounod und Widor studiert hatte. Ein herrlich beschwingtes Stück Musik, hervorragend dargeboten von Xueqing Wang und Robert Weinsheimer.

Der zweite Teil begann mit einem Solo Robert Weinsheimers, der vom Bachsohn Carl Philipp Emanuel ein „Rondo in c-moll“ wie auf einem Instrument der Frühklassik spielte: Fast ohne Pedal, der Akustik des Raumes bestens angepasst. Nach einem Mozart-Rondo spielte das Duo in einer eigenen Bearbeitung „Amore e morte“ von Donizetti in feinem Moll, am Ende wundersam nach Dur aufgelöst. Zum Finale gab es Variationen über ein Thema Rossinis, bravourös musiziert.

Langes und rhythmisches Klatschen des hörbar zufriedenen Publikums wurde belohnt: Als Zugabe präsentierten Wang und Weinsheimer eine Live-Improvisation, deren Thema die Hörer unter blühende Japankirschen zu entführen schien. Am Ende bedankte sich die Vorsitzende Adelheid Klahold bei den Solisten, die „das Vereinsjahr wie mit perlendem Sekt verabschiedet haben“, mit dem Bildkalender vom Schloss und einer Rose.