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Düsseldorf: CDU sorgt sich um die Eissporthalle

Düsseldorf : CDU sorgt sich um die Eissporthalle

In der Sitzung des Sportausschusses regt die Union einen Kombi-Neubau von Eishalle und Schwimmbad an.

Alles andere als schlechte Zahlen präsentiert Manfred Otto, Leiter der Eissporthalle in Benrath, dem Stiftungskuratorium auch in diesem Jahr wieder. "Im Vergleich zum Jahr davor hatten wir 2017 wieder einen Zuwachs um fünf Prozent", sagt er. Also hätte er eigentlich allen Grund zur Freude. Doch weit gefehlt, da er immer noch nicht weiß, wie es weitergeht. Denn als die Eishalle, die sich aus dem Geld einer Sparkassen-Stiftung finanziert, bereits einmal 2015 vor der Schließung stand, hatten Stadt und Sparkasse vereinbart, dass die Einrichtung bis Ende der Laufzeit im April 2019 gesichert ist. Damals hatte es großen Protest wegen der möglichen Schließung gegeben. Eishallen-Nutzer hatten vor der Halle demonstriert und tausende Unterschriften gesammelt - mit Erfolg.

Alle Zeichen deuten nun erneut auf ein Aus der Einrichtung: So hat Manfred Otto, der im August 2017 vom Rücktritt zurücktrat und die Geschicke der Eishalle wieder übernahm, nur einen bis dahin datierten Vertrag: "Ich weiß auch nicht, ob und wie es dann weitergeht", sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das würde er aber gerne wissen. Otto: "Im Moment wäre die Zeit, um Verträge zu verlängern". Beispielsweise mit den Devils, die in der Benrather Eishalle spielen, oder dem Pächter der Pistenbar. Sparkasse und Stadt halten sich jedoch bislang über einen möglichen Weiterbetrieb über das Frühjahr 2019 hinaus bedeckt.

Eine Anfrage der CDU-Fraktion in der Sitzung der Bezirksvertretung 9 hatte die Verwaltung lapidar so beantwortet: "Grundsätzlich wird seitens der Verwaltung ein Bedarf für eine Eissporthalle im Düsseldorfer Süden gesehen. Es werden derzeit verschiedene Optionen geprüft."

Jetzt versucht die CDU durch einen Antrag im morgen tagenden Sportausschuss Dampf in den Kessel zu bekommen. Die christdemokratischen Sportpolitiker geben den Anstoß, wegen des Sanierungsbedarfs der Eishalle, die aus den 1970er Jahren stammt, einen Neubau mit einer Kombination aus Eishalle und Schwimmbad zu bauen. Das Benrather Hallenbad wird an seinem jetzigen Standort im kommenden Frühjahr aufgegeben und soll auf dem Gelände des Freibades neu gebaut werden. Die Pläne dafür sind schon weit gereift.

CDU-Ratsherr Dirk-Peter Sültenfuß, Vizevorsitzender im Sportausschuss, will das Angebot für Eissport unbedingt im Düsseldorfer Süden erhalten: "Die Halle an der Paulsmühlenstraße ist seit 40 Jahren eine feste Adresse im Schul-, Amateur- und Profibereich. Neben den Devils, den Benrath-Penguins und dem Eishockey-Club 'Die Eisheiligen' nutzen sie mehr als 40 Schulklassen in Benrath für ihren Trainings- und Spielbetrieb." Für Sültenfuß wäre die Schließung der Halle nach dem möglichen Rückzug der Sparkassenstiftung eine Katastrophe: "Rund 50 Prozent des Schul-Eissports im Süden würden dann wohl wegfallen, da es kaum oder keine Ersatzzeiten auf anderen Flächen gibt. Das will die CDU-Fraktion natürlich verhindern", heißt es in einer Pressemitteilung der CDU.

Sültenfuß regt dabei weiterhin an, die Eishalle als Neubau mit einem Schwimmbad zu kombinieren, um Synergieeffekte bei klimafreundlicher Technik und bei der Verkehrserschließung zu nutzen. Im Fall einer Verlagerung könnte man mit dem Erlös aus dem Verkauf des bisherigen Grundstücks einen Teil der Investitionen decken.

Gebäude und Gelände - die genau zwischen dem Dürer-Kolleg und dem im Bau befindlichen Mühlen-Quartier liegen - fallen im Frühjahr 2019 an die Stadt.

(rö)