Weihnachtsoratorium in der Stephanuskirche in Wersten erntet großen Beifall

Wersten : Großer Beifall für Weihnachtsoratorium

Unter der Leitung von Markus Maczweski sorgten drei Chöre in der Stephanus-Kirche für eine stimmgewaltige Aufführung.

Die ersten drei der insgesamt sechs Kantaten, die Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ausmachen, sind „Am ersten Weihnachtsfeiertage“, „Am zweiten Weihnachtsfeiertage“ und „Am dritten Weihnachtsfeiertage“ zu singen. Die Reihe der Kantaten fasst die weihnachtlichen Feste liturgisch, aber nicht künstlerisch zusammen. Den Texten des Lukasevangeliums hat Bach Musik unterlegt, die er teilweise schon früher, auch mit profanen Texten, hören ließ.

Die Schilderung der Ereignisse um die Geburt Jesu, beginnend mit der Reise von Maria und Joseph nach Bethlehem, der Herbergssuche und der Geburt im Stall leitet Bach mit kraftvollen Paukenschlägen und dem Jauchzen des Chores ein. Er schließt – mit Trompetenglanz – mit dem Choral „Ach mein herzliebes Jesulein“ auf die Melodie ‚Vom Himmel hoch‘. Dazwischen vermitteln Alt und Bass in schönen Arien den Hörern, wie sich Zion auf die Ankunft des Herrn vorbereiten soll und wie bescheiden der ‚starke König‘ schließlich ankommt.

Die zweite Kantate macht die Begegnung der Hirten und der Engel auf dem Felde zum Gegenstand. Sie beginnt mit einer feinen Sinfonia, lässt den Verkündigungsengel hören. Arien von Tenor und Alt lassen die Hirten eilen und wiegen das Jesuskind in Schlaf. Im Schlusschoral wird für das Erscheinen Jesu gedankt. Die dritte Kantate beginnt und endet mit dem kraftvollen Chor „Herrscher des Himmels“. Die Hirten finden sich im Stall ein, bestaunen das Wunder. Sopran und Bass singen ein wunderbares Duett, vom Alt hören wir die Arie „Schließe, mein Herze“.

Der Werstener Kantor Markus Maczewski ließ die drei Kantaten ohne Unterbrechung musizieren, was bei jeweils etwa 30 Minuten Dauer für manche Ensembles am Ende zur Kraftlosigkeit führen kann. Nicht so in Wersten. In der komplett gefüllten Stephanus-Kirche hatte Maczewski ein Ensemble versammelt, das vom ersten bis zum letzten Ton hochkonzentriert musizierte. Der große Chor füllte fast den ganzen Altarraum. Er setzte sich aus dem TAO-Chor und dem Chor und Jugendchor der Stephanuskantorei Wersten zusammen. Alle Chöre werden von Markus Maczewski geleitet, unterstützt von Susanne Ankener-Maczewski. Als Stimmbildnerin ist Julia Hagenmüller die Dritte im Bunde bei der Formung des Chores, der trotz großer Anforderungen nie forciert.

Das Solisten-Quartett zeigte sich bestens mit Bachs Musik vertraut. Als Evangelist brachte Tobias Glagau die Erzählung mit klarer Diktion voran, mit herrlicher Stimme sang er seine Arie „Frohe Hirten“. Altistin Angela Frömer hatte in jeder Kantate eine Arie zu singen, was sie mit Bravour tat: „Bereite dich Zion“ drängend, „Schlafe mein Liebster“ weich und mit wunderschönen Höhen, „Schließe mein Herze“ mit Ausdruck und feinem Violinsolo. Tadellos sang Bassist William Drakett seinen Part, vor allem „Großer Herr, o starker König“ und das Duett „Herr, dein Mitleid“ mit dem strahlenden Sopran von Julia Hagenmüller.

Den Orchesterpart hatte Markus Maczewski dem ‚düsseldorf festival orchester‘ anvertraut und damit professionell agierende Instrumentalisten an seiner Seite. Großer Applaus, Beifallspfiffe und Bravi waren der Dank für eine großartige Leistung.

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