Gemeinschaftshauptschule Benrath verpasst Umzug

Umzug: Hauptschul-Umzug verzögert sich

Eigentlich hätte der Unterricht an der Benrather Gemeinschaftshauptschule am Montag im neuen Gebäude beginnen sollen. Stattdessen wird es Mittwoch, denn noch gibt es auf dem Gelände zu viele Baustellen.

Die junge Lehrerin schaut kurz im Büro vorbei, in dem Schulleiter Hans-Jürgen Gürke an seinem Schreibtisch umgeben von halb ausgepackten Umzugskartons sitzt. „Ich habe oben noch eine Topfpflanze gefunden. Gehört die Ihnen?“ „Ah, da ist das Ding also hingekommen, danke“, antwortet der Rektor. Noch herrscht Unordnung in den Räumen des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Firma Carborundum an der Kappeler Straße, Kisten und Baumaterialien stehen herum, Handwerker schrauben, Lehrer packen aus. Dabei sollte am Montag eigentlich der Unterricht wieder beginnen, nachdem die Gemeinschaftshauptschule Benrath ihr angestammtes Gelände an der Melanchtonstraße für zwei Jahre wegen eines Neubaus verlassen musste.

25 Lehrer und 350 Schüler sollten seit Montag in dem Gebäude der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz arbeiten. Doch am vergangenen Freitag stellten Gürke und seine Kollegen fest, dass noch zu viel zu tun ist. „Der Treppenturm, der im Brandfall als zweiter Rettungsweg dient, ist nicht rechtzeitig fertig geworden“, sagt Florian Dirszus, städtischer Projektleiter für Schulbau. Die Arbeiten des beauftragten Subunternehmens hätten sich verzögert. Außerdem stehen im Gebäude noch zahlreiche kleinere Arbeiten an. „Darum haben wir am Freitag die Schüler mit einer Telefonkette informiert, dass der Montag und der Dienstag Studientage sind“, sagt Gürke, der von morgens bis abends bei den Arbeiten selbst Hand anlegt.

Wenn am Mittwoch der Unterricht wieder losgeht, müssen die Klassenlehrer zunächst mit ihren Schülern die drei Etagen, die die GHS bezogen hat, erkunden. Einige der jüngeren Klassen haben bereits vor den Ferien den neuen Schulweg – Luftlinie etwa 700 Meter – geübt.

Alles optimal ist jedoch nicht an dem Übergangsstandort: Weil in den Räumen Teppichboden liegt, können Kreidetafeln aus Gründen der Hygiene nicht benutzt werden – moderne Whiteboards sind bestellt, die Lieferung verzögert sich. Auch bei Unterrichtsbeginn am Mittwoch werden noch nicht alle Dinge an ihrem Platz sein. Eine Halle fehlt, der Sportunterricht wird im Sportpark Niederheid stattfinden; da eine Laborausrüstung fehlt, wird der naturwissenschaftliche Unterricht theoretisch.

Auch die Verkehrsanbindung ist nicht perfekt. Zwar gibt es eine Bushaltestelle wenige Meter entfernt, allerdings ist der Wartebereich dort sehr schmal. „Wenn mehrere Klassen Schluss haben, wird es da eng“, vermutet Gürke. Dennoch sei der Standort die beste Wahl gewesen: „Wir wollten, dass die Hauptschule in Benrath bleibt und unseren Schülern keinen weiten Schulweg zumuten“, sagt der Schulleiter.

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